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Leben & Werk

Deutscher Schauspieler. Einer der bedeutenden Theaterschauspieler der DDR, der auch in Filmen in prägnanten Nebenrollen eingesetzt wurde, arbeitete Hermann Beyer mit bedeutenden Defa-Regisseuren, wie mit seinem Bruder Frank Beyer (1932-2006), Konrad Wolf, Lothar Warneke, Roland Gräf, Heiner Carow, Rainer Simon und Siegfried Kühn. Glanzleistungen vollbrachte er als Lehrer in „Märkische Forschungen“ (1982) und Architekt in „Unser kurzes Leben“ (1980). Nach der Wende fand er Arbeit in Fernsehfilmen und spielte in den Kinofilmen „Kaspar Hauser“ (1993) und „Elementarteilchen“ (2005).

Hermann Beyer wurde 1943 in Altenburg als Sohn eines kaufmännischen Angestellten geboren. Er besuchte die Schauspielschule Berlin-Schöneweide und debütierte 1971 nach dem Abschluss auf der Bühne des Maxim-Gorki-Theaters. Es folgten das Hans-Otto-Theater in Potsdam, 1972-80 die Volksbühne Berlin und 1983-1999 das Berliner Ensemble. Beyer spielte klassische und moderne Rollen in Stücken von Georg Büchner, Volker Braun und Heiner Müller und war Gast auf Bühnen in Chemnitz, Weimar, Hamburg, München, Schwerin, Zürich und Bern.

Unter der Regie seines Bruders spielte Beyer den Wachhabenden in „Jakob der Lügner“ (1974), den Kommissar in der deutsch-deutschen Gaunerkomödie „Der Bruch“ (1989), in „Der Hauptmann von Köpenick“ (TV 1987, Harald Juhnke in der Titelrolle) und in der TV-Adaption von Manfred Krugs Bericht „Abgehauen“ (1999). Wichtigster Regisseur für Beyer wurde Roland Gräf, der ihn in „Bankett für Achilles“ (Arbeiter im Chemie-Kombinat Bitterfeld), „Das Haus am Fluss“ (Soldat), „Fallada - Letztes Kapitel“ (Abteilungsleiter), „Der Tangospieler“ (Richter) und in der Satire „Märkische Forschungen“ besetzte, wo er als Landlehrer und Heimatforscher, Freund und Rivale eines Universitätsprofessors (Kurt Böwe) mit gleichem Forschungsziel wird. Als resignierter kommissarischer Stadtarchitekt in Warnekes „Unser kurzes Leben“, Verfilmung von Brigitte Reimanns „Franziska Linderhand“, ist er Gegenspieler der jungen Architektin (Simone Frost). Eine komische Note zeigte er als Hofgraf, kauziger Erfinder und Vater im Märchenfilm „Gritta von Rattenzuhausbeiuns“ (1985). In der TV-Version des Karl-May-Romans „Das Buschgespenst“ (1988), spielte er den Leichengräber.

Nach dem Mauerfall war Beyer in Filmen zu sehen, die die Vergangenheit der DDR thematisieren („Der Kontrolleur“, „Deutschlandspiel“, „Die Nachrichten„, „Novemberkind„, „Maria am Wasser„, „Das Wunder von Berlin„). In Peter Sehrs „Kaspar Hauser“ ist er Rechtsgelehrter, in Oskar RoehlersDer alte Affe Angst“ und „Elementarteilchen“, Vater von Marie Bäumer und Franka Potente. Beyer war in mehreren „Polizeiruf 110“-Folgen und TV-Krimis zu sehen: „Mord am Meer„, „Der Tote im Spreewald“ und „Marie in Weiß“ (Vater von Silke Bodenbender).

Beyer wurde 1982 für „Märkische Forschungen“ als Bester Hauptdarsteller auf dem 2. Nationalen Spielfilmfestival ausgezeichnet und mit dem Theodor-Fontane-Preis geehrt. 1987 erhielt er den Kritikerpreis für „Gritta“. Für die Rolle des die Vergangenheit verdrängenden Mitläufers in Kühns „Kindheit“ wurde er 1988 auf dem fünften Nationalen Spielfilmfestival als Bester Nebendarsteller geehrt. 1989 wurde er auf dem sechsten und letzten Nationalen Spielfilmfestival als Bester Hauptdarsteller für die Rolle des Jakobiners Georg Forster in „Treffen in Travers“ ausgezeichnet.

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