Leben & Werk

Hobby-Zauberer und freier Schauspieler auf der Bühne, im Fernsehen und im Film, gehörte Herbert Bötticher mit seiner enormen künstlerischen Bandbreite zu den Darstellern prägnanter Nebenrollen. Mit verschmitzter Miene und humorvollen Ton in der Stimme war er als Beamter wie als Vertreter, Gauner oder Magier mit hintergründigem Witz präsent. Böttichers Figuren entzogen sich der Eindeutigkeit, sie paarten Schlitzohrigkeit, Raffinesse, Zynismus und Tücke mit Naivität und Gutherzigkeit und gaben selten ihre Abgründe preis.

Bötticher wurde 1928 in Hannover als Sohn eines Kapellmeisters geboren, wo er seine Schauspielausbildung erhielt. Sein erstes Engagement hatte er am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, weitere Stationen führten ihn nach Bielefeld, Frankfurt, Stuttgart und München, wo er von 1958 bis 1969 festes Mitglied an den Kammerspielen war. Seit 1960 war Bötticher ein beliebter Fernsehstar, der in den Serien „Der Kommissar“, „Tatort“- Folgen, „Ich heirate eine Familie“ und als Zauberer an der Seite von Senta Berger in „Lilli Lottofee“ zu sehen war. Wolfgang Petersen besetzte ihn 1974 in „Vier gegen die Bank“ als einen der vier Bankräuber.

Im Kino war Bötticher der Familienvater in der nach Eric Malpass‘ Bestseller entstandenen Verfilmung „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ (1970) und der Heimleiter in „Lina Braake“ (1974), dessen Hornbrille seine Bürokraten-Arroganz verbirgt und den Schlendrian, der in seinem Haus wirkt. Bötticher pflegte mit Leidenschaft das Tourneetheater, war Rezitationskünstler und hat in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt, Märchenplatten eingespielt und sich auch als Märchenautor versucht. Mit David Copperfield verband ihn die Liebe zur Zauberei und er galt in Magierkreisen als Geheimtipp.

Während den Vorbereitungen für das Musical „Gigi„, bei dem Bötticher auch Regie führen wollte, starb der Schauspieler am 8. Oktober 2008 in Düsseldorf.

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