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Alle Bilder und Videos zu Herbert Achternbusch

Leben & Werk

Einer der eigenwilligsten deutschen und bayerischen Filmautoren, dessen Arbeiten sich jeder Kategorie entziehen. Herbert Achternbusch wird wahlweise an seinen Vorbildern Karl Valentin, Jacques Tati, Jerry Lewis oder Yasujiro Ozu (über die er Texte verfasste) gemessen, aber seine Leistung besteht darin, mit bajuwarischem Humor eigener Art und mit anarchischen Tendenzen existenzielle und konkrete Lebenssituationen und Verhaltensweisen auf ihre monströsen Absurditäten hin zu untersuchen. Die Kamera (meist Jörg Schmidt-Reitwein) wirkt dabei als Aufnahmegerät, in das direkt hineingesprochen wird, oder als „Dogma“-Filme vorweg nehmende Handkamera, die in langen Verfolgungsjagden durchs Geschehen hastet. Insgesamt eine „undomestizierte Poesie“ (Wolfram Schütte), in der es vorkommen kann, dass der Hausfreund unter dem Tisch zärtlich die Beine der Hausfrau küsst und streichelt („Die Olympiasiegerin“) oder Jesus vom Kreuz steigt. Achternbusch ist Produzent, Drehbuchautor, Regisseur und Haupt- und Selbstdarsteller seiner Filme.

Herbert Achternbusch wurde 1938 in München geboren, begann nach dem Schulabschluss zu malen und zu schreiben. Seit seinem Regiedebüt „Das Andechser Gefühl“ (1974) arbeitete er vorwiegend mit Laienschauspielern und einem schauspielerischen Freundeskreis, zu dem anfangs Regisseure wie Reinhard Hauff und Margarethe von Trotta und später Mimen wie Josef (Sepp) Bierbichler gehörten. Seine Filme provozierten heftige Diskussionen, der bekannteste Fall wurde sein Christus-Film „Das Gespenst„, dem 1982 zugesagte Fördergelder vom Bundesinnenministerium entzogen wurden und nach Gerichtsverhandlungen 1992 nachgezahlt werden mussten.

Regiekollege Peter Zadek verfasste 1983 eine Hymne über Achternbusch, der über sich selbst urteilt: „Ich würde sagen, ich bin der direkteste Filmemacher in Deutschland, der direkt Bilder zeigt, direkt Fragen stellt, direkt Lösungen anbietet und direkt Leute verarscht.“ 1982 erhielt „Das letzte Loch“ den Spezialpreis in Locarno und den Bundesfilmpreis in Silber.

Achternbusch ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt mit seiner Frau Gerda in Buchendorf und Ambach am Starnberger See.

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

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