Helmut Käutner

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
Helmut Käutner Poster

Leben & Werk

Er war neben Kurt Hoffmann der erfolgreichste deutsche Regisseur der 50er Jahre. Helmut Käutner (1908 – 1980) wurde in den letzten Jahren des Dritten Reiches berühmt durch drei bewusst unpolitische, poetische und leicht melancholische Filme: die an Filme von Max Ophüls erinnernde Ehebruch-Geschichte „Romanze in Moll“ (mit Marianne Hoppe, Paul Dahlke und Ferdinand Marian), die St. Pauli-Ballade „Große Freiheit Nr. 7“ (mit Hans Albers als singendem Seemann) und vor allem die Binnenschiffer-Romanze „Unter den Brücken“ (mit Hannelore Schroth und Carl Raddatz), die 1944 entstand, während schon die Bomben auf Berlin fielen. Sie begründeten mit leichter zeitlicher Verzögerung Käutners internationales Renommee. Der Kaufmannssohn Käutner hatte Tanz und Pantomime gelernt, studierte Kostümkunde, Bühnenbild und Innenarchitektur, und schrieb Feuilletons und Kritiken, bevor er 1930 das Kabarett „Die vier Nachrichten“ gründete, das auch in einem Spielfilm („Kreuzer Emden“) auftrat. Als Schauspieler in Leipzig lernte er seine spätere Ehefrau Erika Balqué kennen. Er schrieb Drehbücher und konnte 1939 mit „Kitty und die Weltkonferenz“ sein Regiedebüt abliefern, das bei Kriegsbeginn wegen probritischer Tendenzen verboten wurde. Käutner zog sich auf unverfängliche Stoffe wie in „Wir machen Musik“ und „Auf Wiedersehen, Franziska!“ zurück. Nach dem Krieg beteiligte er sich mit „In jenen Tagen“, der Geschichte eines Autos und seiner wechselnden Besitzer, am Trümmerfilm und legte mit „Der Apfel ist ab“ den ersten unverblümt kabarettistischen Film vor. In den folgenden Jahren fand Käutner, der auch als Ghostwriter arbeitete, keine Finanziers, drehte Billigproduktionen und kam erst mit dem Antikriegsfilm „Die letzte Brücke“ (1954, mit Maria Schell und Bernhard Wicki), der in Cannes den Preis der Jury erhielt, wieder zu Ansehen. Er inszenierte einige der großen Erfolge der 50er Jahre: „Ludwig II“ (mit O.W. Fischer), „Des Teufels General“ (mit Curd Jürgens), „Der Hauptmann von Köpenick“ (mit Heinz Rühmann) und „Die Zürcher Verlobung“ (mit Liselotte Pulver und Wicki) wurden alle mit Bundesfilmpreisen ausgezeichnet. Mit „Monpti“ löste er einen kleinen Skandal aus, weil Hauptdarstellerin Romy Schneider sich von ihren „süßen“ Rollen zu lösen begann und „erwachsen“ spielte. Ein Zwischenspiel in den USA blieb ohne Folgen, zurück in Deutschland entstand die Räuberballade „Der Schinderhannes“ (mit Curd Jürgens und Maria Schell). Käutner gründete mit Wolfgang Staudte und Harald Braun eine Firma, deren einzige Produktion Käutners „Hamlet“-Version „Der Rest ist Schweigen“ (angesiedelt unter Ruhrbaronen) blieb. Nach einigen Misserfolgen zog sich Käutner weitgehend vom Film zurück. Er inszenierte auf der Bühne und für das Fernsehen, trat als Schauspieler in Serien auf und erhielt für die Titelrolle von Hans-Jürgen Syberbergs „Karl May“ (1974) ein Filmband in Gold, das er ein Jahr zuvor ehrenhalber „für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film“ erhalten hatte.

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