Helma Sanders-Brahms

Schauspieler • Producer • Produzent • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter • Kostümbildner
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Leben & Werk

Deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin. Aus der Frauenbewegung und des Aufbruchs der 68er heraus entstanden, befassen sich die Filme von Helma Sanders-Brahms mit den Wechselwirkungen sozialen und politischen Lebens in Deutschland auf Frauen und ihre Sollbruchstellen zwischen Beruf, Männern, Karriere und Kindern. Sie leisten als Spielfilm und Dokumentation kritische und poetische Erinnerungsarbeit („Deutschland, bleiche Mutter“) in Vergangenheit und Gegenwart, gehen psychischen Störungen („Die Berührte“) nach und verfolgen komplexe tragikomische Liebesbeziehungen, so von Künstlerpersönlichkeiten wie Heinrich von Kleist („Heinrich“) und Clara Schumann („Geliebte Clara„).

Helma Sanders-Brahms wurde 1940 in Emden geboren und studierte Schauspiel an der Niedersächsischen Hochschule für Musik und Theater in Hannover und in Köln Theaterwissenschaft, Anglistik und Germanistik. Sie finanzierte ihr Studium mit Arbeit als Model, Krankenschwester, Verkäuferin und Landarbeiterin. 1965 legte sie ihr Realschullehrerexamen ab. Von 1965 bis 1973 war sie beim WDR Köln Fernsehansagerin, arbeitete an Features und lernte während eines Italienaufenthalts Pier Paolo Pasolini kennen, der sie zur Filmarbeit ermutigte.

Sanders-Brahms‘ erster Dokumentarfilm „Angelika Urban, Verkäuferin, verlobt“ (1969), Porträt einer Warenhausverkäuferin, vom WDR nicht gesendet, erhielt zwei Preise in Oberhausen. Die sachliche Beschreibung der Arbeitswelt setzte sie mit „Die industrielle Reservearmee“ und „Die Maschine“ fort. Aufsehen erregte ihr Spielfilm „Shirins Hochzeit“ (1976), über eine vor Zwangsheirat nach Deutschland geflohene Türkin und Gastarbeiterin, eine „Liebeserklärung für Fremde in einem fremden Land“, der ihr Morddrohungen der türkischen Presse in Deutschland einbrachte. Auf den von einem Spruch auf Pariser Pflaster inspirierten „Unter dem Pflaster liegt der Strand“ (1974), der die quälende Liebesgeschichte zweier Schauspieler der Berliner Schaubühne erzählt, wurde ablehnend reagiert.

1977, 1980 und 1981 entstanden in Folge Sanders-Brahms‘ Hauptwerke „Heinrich“, „Deutschland, bleiche Mutter“ und „Die Berührte“, die für das internationale Renommée des Neuen Deutschen Films sorgten. „Heinrich“ zeichnet minuziös die letzten Tage bis zum Selbstmord des Dichters Heinrich von Kleist (Heinrich Giskes) nach. In „Deutschland, bleiche Mutter“ huldigt Sanders-Brahms den deutschen Frauen der Kriegs- und Nachkriegsjahre in Gestalt der an die eigene Mutter angelehnten Lene (Eva Mattes). „Die Berührte“ ist das radikalste Porträt einer schizophrenen Frau (Elisabeth Stepanek) im deutschen Film.

Aus Sanders-Brahms‘ Beschäftigung mit der Dichterin Else Lasker-Schüler und ihrer Liebesbeziehung zu Dichter Gottfried Benn, über die sie 1997 eine Monographie verfasste, entstand der literarische Filmessay „Mein Herz - Niemandem!“. Der Dreiecksgeschichte zwischen Clara Schumann, Robert Schumann und Johannes Brahms (mit dem die Regisseurin verwandt ist), ist „Geliebte Clara“ (2008) gewidmet. Eine lange Krankheit der Regisseurin und die Absage von Isabelle Huppert, deren Part Martina Gedeck übernahm, verzögerten das Projekt.

Helma Sanders-Brahms, die auch Hörspiele verfasste („Anna Angsthase“, 1995), wurde unter anderem mit dem Filmband in Gold für „Heinrich“ und dem British Film International Award für „Die Berührte“ ausgezeichnet. 1997 erhielt sie in Japan den Preis für ihr Lebenswerk.

Helma Sanders-Brahms, von Alice Schwarzer scherzhaft „Rauschgoldengel“ genannt, hat eine 1979 geborene Tochter Anna.

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