Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Stars
  3. Heinz Rudolf Kunze

Heinz Rudolf Kunze

Schauspieler • Musiker
Poster
Bekannt aus:
  • Geboren: 30.11.1956 in Espelkamp  Deutschland
  • Berufe: Schauspieler, Musiker
Bilderstrecke starten(43 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Heinz Rudolf Kunze

Leben & Werk

Es gibt nur wenige deutsche Popmusiker, die sich trauen, Karl Marx, Adolf Eichmann und Jesus in einer einzigen Popsong-Zeile zu vereinen. Eben so wenige kämen wohl auf die Idee, einen Song über Franz Kafka zu singen. Für Heinz Rudolf Kunze, den Germanisten des Deutschrock, ist dies ein Leichtes.

Der Mann ist ein wahres Phänomen in der deutschen Popmusik. Obwohl sich seine Single-Hits an einer Hand abzählen lassen, und auch seinen über 20 veröffentlichten Longplayern nie eine besonders lange Verweildauer in den Charts beschieden war, ist Heinz Rudolf Kunze bis heute einer der Namen, der einem einfällt, wenn man über die Großen des Deutschrock nachdenkt. Mit seinen intellektuellen Worstpielereien, mal verpackt in schlager-esque Schmuselieder, mal mit schroffen Rockklängen unterlegt, gelang es Kunze nie, die Erfolgsregionen von Deutschrock-Kumpanen wie Grönemeyer oder Westernhagen zu erreichen. Dennoch wird er bis heute in einem Atemzug mit ihnen genannt. Ein Phänomen.

Die Karriere des 1956 im ostwestfälischen Espelkamp geborenen Künstlers startete im unmittelbaren Anschluss an ein Nachwuchs-Festival in Würzburg im Jahr 1980. Nach seinem Auftritt, den der Germanist, nur begleitet von Piano und Gitarre, auf einem Barhocker absolviert hatte, kam ein Mitarbeiter der Plattenfirma wea auf Kunze zu und bot ihm einen Fünfjahresvertrag an. Zusammen mit seiner Band Verstärkung veröffentlichte er kaum ein Jahr später sein Debütalbum „Reine Nervensache“ und wurde dabei von seinem Label unter dem Etikett „Der Niedermacher“ vermarktet. Ein erster kleiner Hit gelang mit einer deutschen Coverversion des Kinks-Klassikers „Lola“. Begleitet von regelmäßigen Live-Konzerten folgten in den nächsten Jahren die drei weiteren Studioalben „Eine Form von Gewalt“ (1982), „Der schwere Mut“ (1983) und „Ausnahmezustand“ (1984) sowie die erste Live-LP „Die Städte sehen aus wie schlafende Hunde (1984), mit denen Kunze sich langsam eine treue Anhängerschaft erspielte. Bald wurde sein Schaffen auch durch erste Auszeichnungen honoriert, darunter der Kleinkunstpreis „Berliner Wecker“, der Willy -Dehmel-Preis oder der Deutsche Schallplattenpreis.

Kunze mauserte sich zum Liebling einer intellektuellen Deutschrockfraktion, jedoch blieb ihm der Einzug in die Verkaufshitlisten mit seinen anspruchsvollen Liedern vorerst verwehrt. Das sollte sich 1985 ändern. Mit der Single „Dein ist mein ganzes Herz“ landete der Sänger seinen bis heute größten Hit, der in die Hitlisten schnellte und den Namen Heinz Rudolf Kunze schlagartig in der gesamten Deutschpopwelt bekannt machte. Das gleichnamige Album, das ebenfalls zum Charts-Erfolg wurde, läutete die wohl erfolgreichste Phase in Kunzes über 20jähriger Karriere ein. Folgende Alben wie „Wunderkinder“ (1986), „Deutsche singen bei der Arbeit“ (1987), „Einer für alle“ (1988) oder „Gute Unterhaltung“ (1989) erzielten respektable Verkaufszahlen, wenn auch der Erfolg von „Dein ist mein ganzes Herz“ ein einmaliges Erlebnis bleiben sollte. Nicht zuletzt mangels veritabler Hit-Singles begann der Stern von Heinz Rudolf Kunze in der öffentlichen Wahrnehmung rasch wieder zu verblassen, was den Künstler jedoch nicht davon abhielt, mit großer Beständigkeit neue Alben zu veröffentlichen.

Mit Produktionen wie „Brille“ (1991), „Kunze: Macht Musik“ (194) oder „Richter-Skala“ (1997) lieferte er seiner Anhängerschaft, wonach sie verlangte und präsentierte sich dabei musikalisch mal schroff rockend, mal romantisch wie auf seiner Balladenkopplung „Ich brauch dich jetzt - 13 Balladen“. Mit seinen Veröffentlichungen aus den späteren Neunzigern konnte Kunze seinen konstanten Abwärtstrend in Sachen Breitenerfolg nicht stoppen und erregte statt mit seiner Musik überwiegend als hartnäckiger Befürworter einer Deutschpop-Quote im Radio Aufmerksamkeit. Ein zweites Standbein hatte sich der Germanist mittlerweile auch mit der Schreiberei aufgebaut. Kunze veröffentlichte sieben Bücher mit Gedichten und Prosa und veröffentlichte Mitschnitte seiner Lesereisen auf CD, zuletzt „Wasser bis zum Hals steht mir“ im Jahr 2002. Daneben arbeitete Kunze als gefragter Übersetzer von Musical-Texten. Hier zeichnete er etwa für die deutschen Fassungen von „Les Miserables“ (1987), „Miss Saigon“ (1994) oder „Rent“ (1999) verantwortlich.

Im Jahr 2005 war es für den notorischen Schnauzbartträger dann wieder Zeit für ein neues Studioalbum, das er einmal mehr mit seinem treuen musikalischen Partner und Produzenten Heiner Lürig aufnahm. „Das Original“ kam im Februar 2005 auf den Markt und enthielt mit „Mehr als dies“ u.a. die offizielle Hymne für den Kirchentag 2005 in Hannover. Zu Kunzes 50. Geburtstag veröffentlichte das junge Label Wunschkind die Doppel-CD „Kommando Zuversicht“, die neben einigen akkustischen Live-Aufnahmen auch gesprochene Text-Vorträge des Künstler enthielt. Kunze nannte das Werk ein „musikalisches Hörbuch“.

2007 präsentierte sich Kunze schnauzbartlos auf dem Cover seines neuen Studioalbums „Klare Verhältnisse“, das mit Platz 21 seine höchste Charts-Platzierung erreichte.

Filme und Serien

Videos und Bilder

Wird oft zusammen gesucht