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Leben & Werk

Österreichische Schauspielerin. Lebensfroh, übermütig und unbekümmert als junge Frau, spitzbübisch, seelenvoll und elegant als Dame von Welt, und kauzig mit Altersweisheit in späteren Jahren, ist Heidelinde Weis eine der charmantesten österreichischen Schauspielerinnen, die anfangs deutschen Kinofilmen, dann Fernsehproduktionen ihren Stempel aufdrückten. In den 60er-Jahren war sie in Krimi-Komödien („Die Tote von Beverly Hills„) und bayerischen Lustspielen („Lausbubengeschichten“) populär, sorgte 1971 im Dreiteiler „Die Frau in Weiß“ für einen „Straßenfeger“ und war in TV-Adaptionen ihrer Bühnenauftritte zu sehen. In den 80er-Jahren außer in den TV-Serien „Die Schwarzwaldklinik“ und „Das Traumschiff“ weniger präsent, glänzte sie ab 1998 vermehrt als wunderbar vitale Seniorin in TV-Komödien wie „Ein Ferienhaus auf Ibiza“ (2008) und an der Seite von Christiane Hörbiger in den Komödien „Neue Freunde, neues Glück“ (2003) und „Das Glück ist kein Kaktus“ (2011), wo zwei Freundinnen einen Neuanfang wagen und ein Restaurant auf Mallorca eröffnen.

Heidelinde Weis wurde 1940 in Villach, Kärnten, als Tochter eines kaufmännischen Angestellten geboren und spielte noch während der Schulzeit die Titelrolle des „Hans im Glück“ an der Österreichischen Schulbühne. 1957-59 besuchte sie das Max-Reinhardt-Seminar in Wien, gehörte 1959/60 zum Ensemble des Theater in der Josefstadt und war in vorwiegend klassischen Rollen auf Bühnen in Hamburg, Berlin und bei den Salzburger Festspielen zu sehen. Sie tourte anfangs mit der Schaubühne von Ehemann Hellmuth Duna und ist bis heute mit Boulevardstücken auf Tourneen. 1998 inszenierte sie Neil Simons Bühnenstück „Nächstes Jahr, selbe Zeit„.

Ihr Kinodebüt gab Heidelinde Weis als Stenotypistin an der Seite von Hans Söhnker in „Ich heirate Herrn Direktor“ (1960). Ihr komödiantisches Talent und ihren Jungmädchencharme nutzte Michael Pfleghar für den parodistischen Krimi „Die Tote von Beverly Hills“ (1964, nach Curt Goetz) und die James-Bond-Persiflage „Sonate für zwei Spione“ (1966, mit Hellmut Lange). In den nach Jugenderinnerungen von Ludwig Thoma entstandenen Lustspielen „Lausbubengeschichten“ (1964, von Helmut Käutner) und ihren Fortsetzungen mit Hans Kraus in der Hauptrolle, war Weis Ludwigs heitere Cousine Cora Reiser. Ihr letzter großer Kinoerfolg wurde Kurt Hoffmanns Historienfilm „Liselotte von der Pfalz“ (1967, mit Harald Leipnitz), wo sie als weiblicher Springinsfeld den Hof des Herzogs von Orléans aufmischt.

In der Blütezeit deutscher TV-Mehrteiler sorgte Heidelinde Weis 1971 in einer Doppelrolle als kühle Adelige im Mystery-Thriller „Die Frau in Weiß“ für einen „Straßenfeger“, der von über 25 Millionen Zuschauern gesehen wurde. Später war sie Gast in den Krimi-Reihen „Der Alte„, „Derrick“, „Ein Fall für zwei“, „Eurocops“, „SoKo 5113“ und „Pfarrer Braun“ (2011). In der Arztserie „Die Schwarzwaldklinik“ war sie 1986 in sechs Folgen als Anästhesistin Dr. Elena Bach zu sehen, 1986 und 20O8 ging sie mit dem „Traumschiff“ auf Weltreise nach Vietnam und Bali. Zu Weis‘ Fernsehfilmen, teils nach Vorlagen von Utta Danella, Rosamunde Pilcher, Leonie Ossowski und Diana Stainforth entstanden, in denen sie fröhliche Mütter, unternehmungslustige Witwen, rüstige Seniorinnen und Bewohnerinnen von Altenheimen spielte, gehören „Drei in fremden Betten“ (1995), „Am Anfang war der Seitensprung“ (1999, mit Simone Thomalla), „Drei unter einer Decke“ (2003), „Glück auf vier Rädern“ (2006), „Liebe für Fortgeschrittene“ (2008) und „Die grünen Hügel von Wales“ (2010).

Heidelinde Weis veröffentlichte 1975 das Album „So sing ich“, mit von ihr getexteten Liedern, das ihr 1976 den Deutschen Schallplattenpreis einbrachte. 1983 trat sie mit dem Soloprogramm „Über die Liebe oder was man dafür hält“ an der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ auf.

Heidelinde Weis war von 1960 bis zu seinem Tod 1998 mit Theaterproduzent Hellmuth Duna verheiratet, den sie nach seinem Schlaganfall zehn Jahre pflegte. Sie lebt in Kärnten.

Heidelinde Weis wurde 1967 mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.

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