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Leben & Werk

Amerikanische Schauspielerin und Erfinderin österreichischer Abstammung. Hedy Lamarr (1914-2000) genoss durch die Nacktszene im Melodram „Ekstase“ (1932) den Ruf einer Sexgöttin, stieg in Hollywood kometenhaft auf, war in den 40er-Jahren Weltstar und erfand 1941 eine Funksteuerung, an der sie keinen Cent verdiente. Nach ihrem größten Erfolg in der Hauptrolle der Delilah im Monumentalepos „Samson und Delilah“ (1949) geriet sie in Vergessenheit und wurde 2005 durch den Dokumentarfilm „Hedy Lamarr“ wieder entdeckt.

Hedy Lamarr, mit langen braunen Haaren und intensiv blickenden dunklen Augen eine der schönsten Frauen der Filmgeschichte und als exotisch-romantischer Typ eingesetzt, war filmhistorisch Vorgängerin von Schau- spielerinnen wie Elizabeth Taylor und Ava Gardner. Hedwig Eva Maria Kiesler wurde in Wien als Tochter eines Bankiers geboren, von Hauslehrern, auf Privatschulen und in einer Höheren Mädchenschule in der Schweiz unterrichtet. Mit fünfzehn Jahren trat sie in frühen österreichischen Tonfilmen („Geld liegt auf der Straße“) auf, nahm Schauspielunterricht, wurde 1931 nach Berlin engagiert, spielte mit Heinz Rühmann in den Komödien „Die Koffer des Herrn O.F.“ und „Man braucht kein Geld“ und war im Wiener Raimund- Theater und im Theater in der Josefstadt zu sehen.

Am 28. Januar 1933 hatte Gustav Machatys Melodram „Ekstase - Symphonie einer Liebe“ in Prag Premiere und sorgte mit kurzen Nacktszenen, in denen Hedy Kiesler nackt durch einen Wald läuft und sich hinter Sträuchern versteckt, für einen Skandal. Die Szene wird aus vielen Kopien herausgeschnitten. Gegen den Einspruch von Papst Pius XI. läuft „Ekstase“ auf den Filmfestspielen in Venedig und erhält den Regiepreis. Hedy Kiesler bekommt keine Rollen mehr, wird aber 1937 von Louis B. Mayer nach Hollywood verpflichtet und erhält einen Zehn-Jahres-Vertrag mit MGM. Die attraktive Hedy Lamarr stellte mit ihrer rauchigen Stimme und Leinwandpräsenz auf Anhieb Stars wie Charles Boyer in „Algiers“ (1938) in den Schatten, spielte neben James Stewart und Clark Gable („Komm, bleib bei mir“, „Der Draufgänger“) und schmückte Abenteuerfilme („Lady of the Tropics“), Horrorfilme („House of Dracula“) und Agenten- thriller wie „Der Ring der Verschworenen“ (nach Eric Ambler). Während des Zweiten Weltkriegs war Hedy Lamarr in der Truppenbetreutung tätig, warb für Kriegsanleihen und brachte bei einer Veranstaltung sieben Mio. Dollar auf.

1941 erfand Hedy Lamarr mit dem Komponisten George Antheil eine störungssichere Funksteuerung für Torpedos. Die Militärs hatten kein Interesse an der genialen Idee für das Warnsystem, das als eine der Grundlagen heutiger Telekommunkation gilt und in Mobiltelefonen als Frequenz- sprung verwendet wird, so dass Lamarr keinen Cent daran verdiente. Erst 1997 wurde sie dafür geehrt; der 9.11.2005 (ihr 92. Geburtstag) war „Tag des Erfinders“ in den deutsch- sprachigen Ländern. 2006 wurde erstmals der Hedy Lamarr Preis - Österreichischer Preis für Frauen im Bereich der Kommunkationstechnik verliehen.

1946/47 gründete Hedy Lamarr die Firma Mars Film Corporation, die zwei Filme („The Strange Woman“ und „Frau ohne Moral?“) produzierte. In den 50er-Jahren geriet Hedy Lamarr in Vergessenheit, mehrere Projekte blieben unvollendet, sie trat 1957 letztmalig für eine TV-Produktion vor die Kamera. 1965 sorgte sie mit Ladendiebstählen für Schlagzeilen, die Anklage wurde aufgehoben. Sie hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Hedy Lamarr war sechsmal verheiratet, mit dem Vorsitzenden einer Patronenfabrik, einem Drehbuchautor und Produzenten, einem Nachtclubbesitzer, dem Schau- spieler John Loder (1943-47), dem Bandleader Teddy Stauffer (1951/52), einem texanischen Ölmillionär, der danach Gene Tierney heiratete, und einem Anwalt. 1967 erschien ihre Autobiografie „Ekstase und ich“.

Die aufregende Lebensgeschichte der Diva wird in Donatello und Fosco Dubinis Dokumentarfilm „Hedy Lamarr - Secrets of a Hollywood Star“ (2005) erzählt.

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