Harvey Keitel

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Leben & Werk

Sein Zuhause sind die „Mean Streets“, er schleppt sich als König von „Cop Land“ durch die Unterwelt, und er trägt fast stets einen grimmigen Gesichtsausdruck, der sowohl seine gewollte Distanz zu anderen als auch respektfordernde Autorität symbolisiert. Kraft, Ruhe, Nervenstärke und Charakter zeichnen den 1947 in Brooklyn geborenen Harvey Keitel aus, der wie sein Generationskollege Robert De Niro in den Filmen von Martin Scorsese Karriere machte.

Keitel war u.a. als der Zuhälter in „Taxi Driver“ und der Judas (welche Rolle sonst?) in „Die letzte Versuchung Christi“ zu sehen. Er spielte Kriminaler und Kriminelle bis zur Ununterscheidbarkeit und zeigte die extremste Leistung dieser vom Gesetz verbogenen Asphalthaie als vom Marienwahn verfolgter, drogensüchtiger, sexgieriger und alle Grenzen überschreitender „Bad Lieutenant“, eine der Schlüsselfiguren des US-Kinos der 90er-Jahre - mehr noch als die „Reservoir Dogs„-Gang oder der für „Reinigungen“ zuständige „Wolf“ in „Pulp Fiction“ von Quentin Tarantino.

Keitels Bemühen, auch andere Rollen zu übernehmen, gelang mit der Rolle des ehrverletzten, napoleonischen Offiziers, der sich mit Keith Carradine in „Die Duellisten“ ein sich über Jahre hinziehendes Degenduell liefert, mit dem tätowierten Maori-Freund, der Holly Hunter in Neuseeland „Das Piano“ mitsamt sexueller Erfüllung liefert, und als griechischer Regisseur, der am Ende des Jahrhunderts auf der Suche nach den ersten Filmrollen durch die Staaten des Balkans reist und in Theo Angelopoulos‘ epochalem „Der Blick des Odysseus“ nicht nur diesen Blick hat, sondern auch Odysseus ist. Seine schönste, weil entspannteste Rolle indes war der Kioskbesitzer in dem Doppelfilm „Smoke“/“Blue in the Face„, in dessen Laden sich ein Mikrokosmos entfaltet.

In István Szabós „Taking Sides“ war Keitel als amerikanischer Major zu sehen, der nach dem Zweiten Weltkrieg dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler (Stellan Skarsgard) den Prozess machen soll. Nebenrollen übernahm Keitel sowohl im Horror-Thriller „Roter Drache“, wo er als Vorgesetzter Edward Norton auf den Zahnfee genannten Serienkiller ansetzte, und als sympathischer FBI-Agent in der Bruckheimer-Produktion „Das Vermächtnis der Tempelritter„.

Keitel, der vom Actors‘ Studio kommt, arbeitet zwischendurch für das Theater und fördert auch junge Independent-Regisseure finanziell.

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News und Stories

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    Kino.de Redaktion  
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