Alle Bilder und Videos zu Harald Sicheritz

Leben & Werk

Österreichischer Regisseur, Drehbuchautor, Darsteller und Musiker. Mit satirischen Komödien und Farcen über Kleinbürger, Heuchelei und Wiener Schmäh wurde Harald Sicheritz der erfolgreichste österreichische Regisseur aller Zeiten. Seine Filme „Hinterholz 8“ (1998) und „Poppitz“ (2002) belegen Platz 1 und 2 der Besucherstatistik österreichischer Filme im Inland, es folgen weitere Sicheritz-Filme auf den Plätzen 5, 10, 11 und 23. Sicheritz arbeitet häufig mit Schauspielern, die aus der vitalen Kabarett-Szene stammen, so Lieblingsdarsteller Roland Düringer und Alfred Dorfer. „Hinterholz 8“ verfolgt einen Hausbauer (Düringer) im Wiener Wald, karikiert Pannen, Intrigen und bürokratische Hemmschuhe. In der schwarzen Komödie „Poppitz“ wird einem auf Karrieresprung hoffenden, großspurigen Autoverkäufer (Düringer) in der Ferienanlage der Insel Cosamera der Urlaub vergällt. In „3faltig“ (2010) versuchen der Heilige Geist (Christian Tramitz), Jesus (Matthias Schweighöfer) und eine Gogo-Tänzerin die Apokalypse zu verhindern. 2011 inszenierte Sicheritz das zweite Kinoabenteuer um die junge Zauberkünstlerin Lilli. „Hexe Lilli: Die Reise nach Mandolan“, in Spanien gedreht, führt die Fantasy-Heldin und ihren Drachen in ein exotisches Land, wo sie den rechtmäßigen König auf den Thron zurückbringen.

Harald Sicheritz wurde 1958 in Stockholm geboren, studierte Kommunikationswissenschaften und Philosophie in Wien und Regie am American Film Institute in Los Angeles. Er war Bassist und Texter der Gruppe „Wiener Wunder“, die 1986 mit „Loretta“ einen Nr.1-Hit in den Charts landete und zwei Goldene Schallplatten einfuhr. Deshalb übernimmt er gern kleine Rollen als Musiker in Filmen („Kaisermühlenblues“). Sicheritz arbeitete als Fernsehjournalist für das Jugendmagazin „Ohne Maulkorb“ und andere Formate des ORF, war zeitweise Theaterregisseur und inszenierte die Kabarett-Gruppe „Schlabarett“ um Düringer und Dorfer. Deren Programm „Muttertag“ ging in die gleichnamige Kinokomödie (1994) ein, die das Wiener Kleinbürgertum, Feiertagsbräuche und den kommunalen Wohnungsbau attackiert und in der Düringer mehrere Rollen spielt. In „Freispiel“ (1995) geht es um die Midlife Crisis eines Musikprofessors (Lukas Retseratis), in „Wanted“ (1999) um die Phantasie-Welten eines Unfallchirurgen (Dorfer). In „Darum“ (2007) spielt Kai Wiesinger (auch in „Poppitz“) einen Starjournalisten, dem niemand glaubt, dass er einen Mord begangen hat.

Für den ORF inszenierte Sicheritz 1997 „Qualtingers Wien“, eine mit 40 Sprechrollen besetzte Sketch-Folge mit Texten des berühmten Kabarettisten Helmut Qualtinger. Zum Quotenerfolg wurde die Sitcom „MA 2412 – Die Staatsdiener“ (34 Folgen in vier Staffeln), eine Satire auf Wiener Amtsstuben, die auch im Kino (Platz 5 der Besucherstatistik) erfolgreich ausgewertet wurde. Für die fünfteilige Reihe „Mutig in die neuen Zeiten“, die die Geschichte Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg quer durch alle sozialen Schichten beleuchtet, inszenierte Sicheritz die drei ersten Folgen „Im Reich der Reblaus“ (2005), „Nur keine Wellen“ (2006) und „Alles anders“ (2006). Für die „Tatort“-Reihe steuerte er 2009 die Folge „Baum der Erlösung“ (mit Harald Krassnitzer) bei. 2010 entstand die zehnteilige Comedy-Serie „Die Gipfelzipfler“ (mit Tramitz und Düringer).

Harald Sicheritz gründete 2009 mit Kollegen die Akademie des Österreichischen Films.

Als Regisseur von Werbespots schuf Sicheritz die erfolgreichste Kampagne der österreichischen Geschichte für die Möbelkette LUTZ XXX (1998-2010) und inszenierte Spots fürs Kindertheater, den Kia Surprise, Visa, „Drink & Drive = Death“ und eine Barkeeperschule.

Für „Freispiel“, „Hinterholz 8“ und „Wanted“ erhielt Sicheritz 1995, 1996 und 1999 die Goldene Romy für den jeweils erfolgreichsten österreichischen Film. „Hinterholz 8“, „Poppitz“ und „MA 2412 – Die Staatsdiener“ wurden jeweils mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet. (geh)

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

Wird oft zusammen gesucht

Kommentare