Bilderstrecke starten(14 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Harald Leipnitz

Leben & Werk

Die Verlockungen des gelebten Lebens, die Lust auf Abenteuer und Frauen jeder Art und die Freude am Spiel waren Harald Leipnitz (1926-2000) in jeder seiner zahlreichen Film- und Fernsehrollen anzusehen. Seine Augen verloren nie jenen Glanz, der über Falten triumphiert, kein Alter kennt und noch jede seiner vielen peinlichen Rollen galant überspielte. Leipnitz war ein gebrochener Charakter, der sich nie festlegen ließ, ein idealer zwiespältiger Held, der sogleich wieder krumme Dinger drehte und noch jedem für ihn bereiteten Bett entkam, wenn anderswo süßere Früchte lockten. Leipnitz kultivierte in seinen besten Filmen die Überlegenheit des lässigen Lebenszockers. Mit der leicht knarrigen Stimme verlieh er seinen Charakteren zudem Undurchschaubarkeit und Ambivalenz, selten im deutschen Film und recht eigentlich ein Zeichen von Noir-Helden.

Leipnitz bediente das deutsche Genrekino. Er räkelte sich mit Ruth Maria Kubitschek im Lotterbett von „Ich schlafe mit meinem Mörder„, er kutschierte Terry Torday, die „Die Wirtin von der Lahn“, durch mehrere Nackter-Po-Geplänkel und blieb ihr nie treu, er machte als „Bengelchen liebt kreuz und quer“ jede modische WG lächerlich, tummelte sich in Edgar-Wallace-Filmen („Die Gruft mit dem Rätselschloss“) und Simmel-Adaptionen („Alle Menschen werden Brüder„) und machte Abstecher ins Agentengenre („Agent 505 - Todesfalle Beirut„) und in die Blödelkomödie („Zärtliche Chaoten„). Der Goldene Bambi 1968 belegt seine Popularität.

Leipnitz‘ eigentliches Terrain war der Krimi, der in dieser Form nur im Fernsehen stattfand. In Wolfgang Petersens „Vier gegen die Bank“, in Durbridge-Krimis („Die Schlüssel“, „Die Kette“) und Serienformaten spielten seine faszinierend zwielichtigen Figuren gegen Bücher und Inszenierungen an, die seiner Leistung unterlegen waren, von Petersen abgesehen.

Leipnitz wird 1926 in Wuppertal geboren, muß direkt nach dem Abitur in den Krieg und gerät in amerikanische Gefangenschaft. Er nimmt Schauspielunterricht bei Hans Caninenberg (den er in TV-Rollen wiedersehen wird), spielt auf Bühnen von Wuppertal bis Düsseldorf und bleibt dem Tournee- und Boulevardtheater treu. 83 Spielfilme und ca. 50 Serien zeugen von auszehrender Produktivität. Leipnitz war zweimal verheiratet und hat drei Kinder.

1963 erhält er für seine Rolle als Geschäftsmann in Will Trempers „Die endlose Nacht“ den Bundesfilmpreis und wird in der Presse als neues Gesicht und „deutscher Jack Palance“ gefeiert. Gewiss, aber ohne dessen Verbissenheit. Er steckte Schläge mit einem Lachen ein.

Filme und Serien

Videos und Bilder

Wird oft zusammen gesucht

Kommentare