Harald Juhnke

Schauspieler • Sprecher • Synchronsprecher
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Leben & Werk

Geborener Entertainer, glänzender Unterhaltungsprofi, Grandseigneur des Boulevards, Showmaster, Volksschauspieler von Format, Sänger, Synchronsprecher, Berliner Schnauze und der bekannteste und beliebteste von Deutschlands abhängigen Trinkern - Harald Juhnke hat stets nach dem Motto gehandelt: „Ich wollte das große Einmaleins des Lebens lernen. Wenn schon nicht auf die feine, dann eben auf die schräge Tour.“ Juhnke ist auf der Bühne, in unzähligen Spielfilmen, TV-Movies und Unterhaltungssendungen aufgetreten, die ihn zu einem der populärsten deutschen Künstler und Stars überhaupt machten. In der ihm eigenen lakonischen Ironie sah er sich erst mit 69 Jahren reif fürs ernste Fach, spottete über das Image des Stehaufmännchens: „Ich bin sieben Personen. Darum habe ich auch wie ein Kater sieben Leben.“

Harald Juhnke wurde im Berliner Arbeiterviertel Wedding als Sohn kleiner Leute geboren und lernte das Improvisieren von der Pike auf. Fotografisches Gedächtnis half ihm über Schul- und Nachkriegszeit, wo er sich als kleiner Alkohol- und Zigarettenschieber durchschlug. Der für den Sänger Frank Sinatra („My Way“) schwärmende Juhnke hatte früh den Ruf eines Dandys. Auf der Bühne des zerbombten Schauspielhauses am Ostberliner Gendarmenmarkt schwört er 1947, Deutschlands berühmtester Schauspieler zu werden und ergaunert sich eine Rolle an der Freien Volksbühne (heute Theater am Kurfürstendamm). Juhnke hat auf dem Theater über 50 Rollen gespielt, die berühmteste, auch verfilmte, 1996 in einem späten Triumph als „Hauptmann von Köpenick“, die Vorgänger (Heinz Rühmann) wie Nachfolger (Otto Sander) in ihrer Charakterisierungskunst übertraf.

Seit 1953 („Drei Mädchen spinnen“) gehörte Juhnke zum Arsenal deutscher Komödienschauspieler, wurde vom Berliner Schiller-Theater für den Film und für Synchronarbeiten (als Marlon Brandos Stimme) freigestellt und war in Heimatfilmen als Schwiegersohn, Halbstarker, Impresario, Lebenskünstler und Heiratsschwindler ein vertrautes Gesicht, so neben Hans Albers in „Der tolle Bomberg“. Gleichzeitig machte er mit für die 1950er-Jahre typischen Skandalen Schlagzeilen, fuhr alkoholisiert durch die Nächte und verlor den Führerschein. Ein beliebter Berliner Spruch besagt, jeder Taxifahrer der Stadt müsse in der Prüfung Juhnkes Privatadresse kennen. Als Musical-Darsteller konnte Juhnke etwa in „Irma La Douce“ (1962) seine Fähigkeiten ebenso unter Beweis stellen wie in Liebhaberrollen von Boulevardstücken.

In den 1970er-Jahren begann der „deutsche Walter Matthau“ seine Fernsehkarriere, er moderierte u.a. „Musik ist Trumpf“ und begeistert in den Sketch- Reihen „Ein verrücktes Paar“ (mit Grit Böttcher) und „Harald und Eddi“ (Arent). Anfang der 1990er-Jahre legte Juhnke in den Kinofilmen „Der Papagei“ (als vor den Karren einer Partei gestellte Marionette, die sich befreit) und als Ressortleiter Kummer in Helmut Dietls genialer Mediensatire „Schtonk“ zwei der besten Leistungen des Jahrzehnts hin und wurde dafür 1993 mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet.

Als Juhnkes Alkoholabhängigkeit Anfang der 1970er-Jahre ans Licht kam, wurde er nicht stigmatisiert, sondern im Gegenteil noch populärer. Therapien blieben erfolglos: „Brav werden zu wollen, das war ein großer Fehler, das kann ich nicht und das bin ich nicht.“ (Juhnke). 2000 beendete er seine Karriere, 2001 wurde er von Ehefrau Susanne in Berlin in ein Pflegeheim für Demenzkranke eingeliefert, wo er 2005 starb. Juhnke war Vater zweier Söhne. Er veröffentlichte mehrere Autobiografien, die letzte „Meine sieben Leben“ 1998.

Filme und Serien

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