Hans Moser

Schauspieler
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Leben & Werk

Österreichischer Volksschauspieler und Wienerlied-Sänger (1880 – 1964). Mime mit markantem Nuscheln, brachte es Hans Moser mit unverwechselbarem Sprechduktus in die Wörterbücher, „mosern“ wurde Synonym und sprichwörtlich für missmutiges Granteln, galliges Maulen, atemloses, sich verhaspelndes Meckern gegen Gott, die Welt, die Ordnung. Moser, Urbild des echten Wieners, war begnadeter Charakterkomiker, Volksschauspieler mit Herzblut, nie eindeutig einzuordnen, mit spannend unbestimmten Zwischentönen. Moser spielte Kleinbürger, Kauze, Kofferträger, Fiaker-Kutscher, Stationsvorsteher, Pfandleiher, Gärtner, Narren, Hofräte, Schneider, Kellner, Menschenfeinde und -freunde. Er verkörperte mit rudernder Gestik nörgelnde Haustyrannen und biestige Ekel, bösartige Amtmänner, aber auch liebenswert schalkhafte, schrullige Kammerdiener und so schelmenhafte, wie weise Großväter, gab sich in Musikfilmen („Die Fledermaus“) der Wiener Operettenseligkeit und dem Wein in Grinzing hin. Dabei trug er Uniform, Dienstmütze und Frack. In der Zeit des Dritten Reiches gehörte er wie Hans Albers zu den Spitzenverdienern. In den 50er-Jahren nahmen seine Figuren („Hallo Dienstmann“, „Hallo Taxi“) tragikomische, resignierte Züge an.

Mosers Filmografie umfasst 150 Spielfilme von 1921 („Kleider machen Leute„) bis 1962 („Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter“). Er begann zwar im Stummfilm, aber seine eigentliche Karriere entwickelte sich mit dem Tonfilm („Geld auf der Straße“, „Leise flehen meine Lieder“). In der Zeit des Dritten Reiches spielte er in teils hinreißend komisch gebliebenen Unterhaltungsfilmen, häufig an der Seite von Paul Hörbiger, Theo Lingen und Heinz Rühmann und war so populär, dass seine jüdische Ehefrau Bianca, von der er sich trennen musste, zwar nach Budapest ausgewiesen, aber verschont wurde. Moser spielte häufig unter der Regie von E.W. Emo, Geza von Bolvary, Carl Lamac und Franz Antel („Hallo, Dienstmann“). Er war Vater von Romy Schneider in „Die schöne Lügnerin“ und „Die Deutschmeister„. Einer seiner größten Erfolge und besten Filme, die rasende Jagd nach einem Geldschatz in Emos Komödie „13 Stühle“ (1938), ist mehrfach verfilmt worden, unter anderem von Mel Brooks und Ulrike Ottinger.

Hans Moser (eig. Johann Julier) wurde im Wiener Margareten-Bezirk als Sohn eines Bildhauers französischer Herkunft geboren. Seinen Künstlernamen nimmt er aus Verehrung für seinen Lehrer, Burgschauspieler Josef Moser, an. Er besucht die Bürger- und Handelsschule, wird Buchhalter. Über Wander- und Provinzbühnen gelangt er 1903 ans Theater in der Josefstadt in Wien. Im Ersten Weltkrieg kämpft Moser an der Isonzo-Front beim Infanterieregiment „Deutschmeister“. Nach Kriegsende ist er im Kabarett und der „Ronacher“-Revue, wo ihn Chaplin sieht, der seinen Leichenträger-Sketch kauft. Ab 1925 bei Max Reinhardt im Theater in der Josefstadt, brilliert er in Stücken von Nestroy, Schnitzler und Ödön von Horvath („Geschichten aus dem Wienerwald“). Eine Tournee führt die Truppe 1927/28 mit großem Erfolg in die USA. 1934-39 steht er nur gelegentlich auf der Bühne, nach Kriegsende in Salzburg und Wien. Mit 72 Jahren darf der gestandene Volkskomiker eine „seriöse“ Rolle am Burgtheater Wien übernehmen. Er starb in Wien.

Moser erhielt 1950 den Ehrenring der Stadt Wien, 1961 die Josef-Kainz-Medaille und Goldene Ehrennadel des Österreichischen Filmbundes. 1962 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet. 1998 wurde der Park im Wiener Bezirk Hietzing nach ihm benannt und eine Büste aufgestellt.

Hans Moser war von 1911 bis zu seinem Tod mit Gattin Bianca verheiratet. (geh)

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