Leben & Werk

Der Mythenforscher unter den Regisseuren des Neuen deutschen Films, mit kompromisslosem Kunstwillen auf der leidenschaftlichen Suche nach deutschen Identitäten und Bewusstwerdungen, gewillt, mit Trauerarbeit und filmischen Assoziationsformen selbst im Geschichtsbuch der Mythen anzulegen. Hans-Jürgen Syberberg konzentriert sich dabei auf den Bayernkönig Ludwig II, den sächsischen Volksschriftsteller Karl May und den Gröfaz Adolf Hitler, die er u.a. mit Hilfe der Musik von Richard Wagner so irrational überhöht, wie er sie, eigener Aussage nach, überwinden will.

Syberberg wurde 1935 in Nossendorf in Vorpommern als Sohn eines Gutsbesitzers geboren und lernt in Rostock Oper und Theater kennen. Entscheidend wird ihm die Erlaubnis von Bertolt Brecht, die Proben des Berliner Ensembles filmen zu dürfen (Material, das er 1971 in eine Dokumentation einbaut). 1956-1962 studiert er in München Literatur und Kunstgeschichte, promoviert über Friedrich Dürrenmatt und dreht für den Bayerischen Rundfunk Porträtfilme über Fritz Kortner, Romy Schneider und den Pornokönig- und -produzent Alois Brummer („Sex-Business made in Schwabing“), die ihm Filmbänder in Silber einbringen. Zwei unkonventionellen Literaturverfilmungen („Scarabea“ nach Tolstoj und „San Domingo“ nach Kleist) folgt 1972 „Ludwig - Requiem für einen jungfräulichen König“ (Filmbänder in Gold für Produktion und Buch), Beginn der Mythen-Trilogie. In „Karl May“ (1974) spielt Helmut Käutner den „Winnetou“-Autor als alternden Träumer, in „Hitler. Ein Film aus Deutschland“ (1977) lässt Syberberg in sieben Stunden Hitler mit Weihespielen, Puppentheater, Rückprojektionen und Montageformen in ein verrätseltes Universum gleiten, das gleichzeitig Mythen-, Politik- und Filmgeschichte summieren will.

Parallel zu den Filmen entstehen weitere Dokumentationen, so die komische Fake-Doku „Theodor Hierneis oder Wie man ehem. Hofkoch wird“ (mit Walter Sedlmayr, Filmband in Gold als Star und Co-Autor) und den fünfstündigen Interviewfilm „Winifred Wagner“ (1975). Mit der Opernverfilmung „Parsifal„, die 1982 in Bayreuth uraufgeführt wird, setzt Syberberg seine Technik der ironischen Vergegenwärtigungen der Vergangenheit fort. In den 80er-Jahren dokumentiert er Bühnenproduktionen, meist mit seiner Lieblingsmimin Edith Clever von der Berliner Schaubühne („Die Nacht“).

Syberberg publiziert umfangreiche Bücher über einige seiner Filme und entwickelt beispielsweise im „Hitler“-Buch eine Theorie der Kunst.

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