Leben & Werk

Deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Darsteller. Hans-Christoph Blumenberg gehört zu den vielseitigsten deutschen Regisseuren, der für Film und Fernsehen intelligente, handwerklich perfekte und durchdachte Spielfilme, Serienfilme und Dokudramen inszeniert, die stets Bezüge zur Filmgeschichte herstellen. Seine stilisierten Krimis („Tausend Augen“), „Tatort“-Folgen um die Kommissare Palu und Bienzle, essayistische Spurensuchen um Hans Albers („In meinem Herzen, Schatz…“) und Reinhold Schünzel und Dokudramen mit zeitgeschichtlichem Hintergrund („Die letzte Schlacht“) weisen einen hohen Grad reflexiven Filmbewusstseins und trocken ironischen Humor auf.

Hans-Christoph Blumenberg wurde 1947 in Lychen in der Mark Brandenburg geboren und studierte Geschichte und Germanistik in Köln und Washington, D.C. Blumenberg machte sich in den 60er- und 70er-Jahren zunächst einen Namen als einflussreicher Filmkritiker für „Die Zeit“, „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Film“, als Autor von Dokumentationen über Italo-Western, („Die Lust am Untergang“), die Regisseure Howard Hawks, Alfred Hitchcock, Billy Wilder, Tay Garnett, Preston Sturges und Val Lewton, den Kultfilm „Casablanca“, die Schwarze Serie und den Schauspieler Lino Ventura und als Autor von Büchern über Hawks („Die Kamera in Augenhöhe“) und Robert Siodmak („Zwischen Berlin und Hollywood“).

Nach der Theorie legte Blumenberg 1984 mit dem Peep-Show-Krimi-Drama „Tausend Augen“ seine erste Regiearbeit vor und machte Hauptdarstellerin Barbara Rudnik zum Star. Ähnliche angelegt waren die Kriminalfilme „Der Sommer des Samurai“ (mit Hans-Peter Hallwachs), „Der Madonna-Mann“ (mit Renée Soutendijk) und „Rotwang muss weg“ (1994), Namengeber seiner Produktionsfirma Rotwang. Blumenbergs Bemühen, herkömmliche Dramaturgien zu unterlaufen, führten zu mehreren Filmen aus Spielszenen mit einmontiertem dokumentarischem Material, so die Spurensuche um den Volksschauspieler Hans Albers („In meinem Herzen, Schatz…“, 1989), in dem Ulrich Tukur Albers‘ Lieder singt, und die 33 Spielszenen um Schurken-Darsteller und Regisseur Reinhold Schünzel („Beim nächsten Kuß knall ich ihn nieder„, 1995), Verfolgter des Nazi-Regimes, dessen Komödien („Viktor und Viktoria“) Adolf Hitler schätzte.

Ab 1987 begann Blumenberg parallel für das Fernsehen zu arbeiten und inszenierte für den SR „Tatort“-Krimis um den Saarbrücker Hauptkommissar Palu (Jochen Senf), stets auf dem Fahrrad, und ab 1998 für den SWF „Tatort“-Folgen um Hauptkommissar Ernst Bienzle (Dietz Werner-Steck), immer mit Bogart-Hut. Während Blumenbergs Kinofilme (SF-Satire „Planet der Kannibalen“, 2001) relativ unbekannt blieben, fanden seine seit 2001 inszenierten TV-Dokudramen ein hohes Echo, so das „Deutschlandspiel“ (2000) um die Wiedervereinigung Deutschlands, „Der Aufstand“ (2003) um den 17. Juni 1953 in der DDR und „Die letzte Schlacht“ (2005) um das Kriegende 1945 in Bunkern von Berlin. Als Darsteller war Blumenberg in Detlev Bucks „Liebe deine Nächste!“ (1997) und als Fotograf zu sehen, der in „Aimée & Jaguar“ (1999) von Heike Makatsch und ihren Freundinnen Nacktfotos aufnimmt.

Hans-Christoph Blumenberg wurde 1995 für „Beim nächsten Kuß knall ich ihn nieder“ mit dem Filmband in Gold für das Beste Drehbuch ausgezeichnet.

Er lebt in Hamburg, wo er auch Theaterstücke („Drei Mal Leben“) inszeniert.

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