Leben & Werk

Er wollte sich „mit seinen Gestalten ins Gedächtnis fressen“, was ihm in der Nachkriegszeit und in zahlreichen Film- und TV-Rollen auch gelang. Denn das durch Krieg, Gefangenschaft und einen Autounfall leicht entstellte Gesicht von Hans-Christian Blech (1915-1993) prägte sich mit seinen Narben, den gequält und gemartert wirkenden Zügen und der nervösen Körpersprache sofort ein. Als „Mann mit befrachtetem Gewissen“ spielte Blech Kriegsheimkehrer, Soldaten, Deserteure, Flüchtlinge, Arbeiter und existenziell gequälte Personen, die persönliche wie historische Schuld auf ihren Schultern tragen. Dem entsprach seine leicht schnarrende Stimme, die mit Untertönen von Desillusionierung, Wut und Zynismus viele Film- und TV-Arbeiten bereicherte.

Blech wurde in Darmstadt geboren, besuchte die Schauspielschule im dortigen Landestheater und war auf Bühnen von Freiburg, Leipzig, München und Hamburg zu sehen. Zur idealtypischen Rolle wurde Georg Büchners „Woyzeck“, die zerrissene Figur schlechthin, die ihm 1966 auf dem Internationalen Fernsehfestival in Prag den Preis für den Besten Darsteller einbrachte.

Blechs Filmdebüt als gerissener Mörder in Erich Engels „Affäre Blum“ (1948) engte ihn in ähnliche Rollen zunächst ein, bis er als hinterhältig tückischer und dabei feiger Unteroffizier in der „08/15„-Trilogie (1954/55) bekannt und berühmt wurde: Im Winterfeldzug hortet und versteckt er Nahrung vor der kämpfenden Truppe: ein Kameradenschwein.

Blech gehörte in internationalen Kriegsfilmen wie „Der längste Tag“ (1962), „Morituri“ (1964) und „Die Brücke von Remagen“ (1968) zu den gern besetzten Schauspielern, die glaubwürdig den Landser verkörpern: Er konnte seine eigenen Erfahrungen von vier Jahren Krieg und Gefangenschaft einbringen. Im Alter reflektierte er die „belasteten Jahre“ in seiner Rolle des Wanderers Laertes in Wim Wenders‘ „Falsche Bewegung“ (1975; Filmband in Gold), wo er von Rüdiger Vogler auf einer Fähre beinahe in den Rhein geworfen wird.

Blech erhielt 1979 den Bambi für sein Lebenswerk und 1981 die Goldene Kamera. Blech war seit 1952 mit der Schauspielerin Erni Wilhelmi verheiratet.

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