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Leben & Werk

Schöngeist mit Männlichkeit, einsamer Wolf mit poetischer Ader und zeitloser Ladies Man mit dem Charme vertrauenerweckender Integrität, prägte Hanns Zischler mit seinen jedem Zeitgeist trotzenden Figuren den Neuen Deutschen Film und seine sensiblen Helden, denen Zischler in den Filmen von Wim Wenders und Rudolf Thome eine reflektierende, kraftvoll in sich ruhende Haltung des philosophischen Flaneurs entgegensetzte. Für das Fernsehen war er süffisanter Machtmensch, Mann im Hintergrund, sanfter Mephisto und entspannter Verführer. Thome setzte ihm mit „Paradiso - Sieben Tage mit sieben Frauen“ (Silberner Bär der Berlinale 2000 für das Darstellerensemble) ein Denkmal, wo er als Komponist auf dem Lande zu seinem 60. Geburtstag die Frauen seines Lebens versammelt.

Hanns Zischler wurde 1947 in Nürnberg geboren, wuchs dort und in Ingolstadt auf und studierte in München und Berlin Ethonologie und Literaturwissenschaft. Er arbeitete als Übersetzer und Lektor, schrieb Filmkritiken und Hörfunkfeatures und inszenierte nach seiner Zeit als Dramaturg an der Berliner Schaubühne in eigener Regie in Basel und Karlsruhe. Zischler bestreitet in Berlin, wo er lebt, literarische Leseabende.

Seit Zischler in Wenders‘ „Summer in the City“ (1970) zehn Minuten lang die winterlich verschneiten Bürgersteige Berlins mit seinem langen Mantel fegte und seit er in dessen „Im Lauf der Zeit“ (1975) seinen VW in den Rhein setzte, prägte er die Ästhetik der Männerfiguren des Neuen Deutschen Films wie außer ihm nur Bruno Ganz und Rüdiger Vogler, seine Antipoden. Mit Zischler ließ sich ins Kino gehen und anschließend am Piano über die Weltläufe parlieren („Berlin Chamissoplatz„, „System ohne Schatten“), er ließ sich als autoritärer Vater erschlagen („Der Zementgarten„), und er verkörperte Großbürger, Beamte und Offiziere des Nazi-Regimes mit fesselnder Präsenz (Costa-Gavras „Der Stellvertreter“, Istvan Szàbós „Sunshine“).

1995 veröffentlichte Zischler die 1984 mit einem Essay zum Thema begonnene literarische Arbeit „Kafka geht ins Kino“, die 1997 in Frankreich zum besten über Filme geschriebenen Buch des Jahres ausgezeichnet wurde. 2002 verarbeitete er das Werk zu einem gleichnamigen dokumentarischen Video-Essay.

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