Leben & Werk

Er verkörperte anfangs meist den charmanten, verlässlichen Liebhaber, den vertrauenswürdigen Ingenieur, Rechtsanwalt oder Polizisten oder den smarten Bonvivant. In Wahrheit ruhte ein viel weiter gefächertes Potenzial in ihm. Gustav Fröhlich begann seine Schauspielerkarriere in den frühen 20er-Jahren und stand vereinzelt noch in den 80ern vor der Kamera. Der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm war dem bühnenerfahrenen Mimen ebenso leicht gefallen wie der vom NS-Film zum westdeutschen Nachkriegskino. 1926 spielte er die Hauptrolle in „Metropolis“, einem Meilenstein der Filmgeschichte, der gleichzeitig auch kommerziell einschlug. Der größte Erfolg beim Publikum kam jedoch 1933 mit „Rakoczy-Marsch“, in dem er in die Rolle eines feschen Offiziers schlüpfte und auch die Regie übernahm. 1950 überzeugte Gustav Fröhlich im Skandalfilm „Die Sünderin“ als haltloser, todgeweihter Maler - spätestens hier konnte er zeigen, dass er auch andere Charaktere verkörpern konnte als den netten Kerl. Gustav Friedrich Fröhlich kam am 21. März 1902 in Hannover als uneheliches Kind zur Welt. Er wuchs bei Pflegeeltern auf und ging in Wiesbaden und Berlin zur Schule. Zunächst wandte er sich dem Schreiben zu und trat im Varieté auf, bevor er Schauspielunterricht in Heilbronn nahm. Seinen ersten Stummfilmauftritt hatte er 1922 in der deutsch-niederländischen Koproduktion „De bruut“ („Ein neues Leben“). Es folgten zahlreiche weitere Neben- und Hauptrollen in Stumm- und Tonfilmen. In der NS-Zeit war sein Typ weiterhin gefragt und so wirkte Fröhlich in vielen Unterhaltungsfilmen und einigen Propagandastreifen mit, obwohl er von 1931 bis 1935 mit der Jüdin Gitta Alpár verheiratet war. In den darauffolgenden Jahren war er mit Lida Baarová liiert, die später eine Affäre mit Joseph Goebbels hatte. 1941 heiratet Fröhlich dann Maria Hajek. Nach dem Krieg konnte er seine Arbeit beim Film und auf der Bühne - u. a. bei Gustaf Gründgens - recht nahtlos fortsetzen. 1956 zog er in die Schweiz und spielte bis 1976 regelmäßig vor allem Theater. Am 22.12.1987 starb Gustav Fröhlich in Lugano.

Neben „Metropolis“ sind aus der Stummfilmzeit besonders folgende Filme zu erwähnen: „Paganini“ (1923), in dem er als Franz Liszt auftritt, „Friesenblut“ (1925), „Jahrmarkt des Lebens“ von Béla Balogh (1928) und „Hochverrat“ (1929). Die Tonfilmära bescherte Fröhlich weitere große Erfolge, teilweise auch in den USA. Es entstanden: „Der unsterbliche Lump“ (1930), „Kismet“ (1930), „Die verliebte Firma“ von Max Ophüls (1931), „Wiener Blut“ (1931) und „Ein Mann mit Herz“ (1932). 1934 bekam er die Hauptrolle in „Oberwachtmeister Schwenke“. In „Alarm in Peking“ (1937) und „Der große König“ (1942) beteiligte sich Gustav Fröhlich an Filmen, in denen die NS-Propaganda sehr offenkundig wurde. Nach dem Krieg war er nicht mit Berufsverbot belegt und konnte in „Sag‘ die Wahrheit“ (1946) für den eigentlich vorgesehenen Heinz Rühmann einspringen. Es folgten „Das verlorene Gesicht“ (1948), „Dieser Mann gehört mir“ von Paul Verhoeven (1950), „Ball der Nationen“ (1954) und „Vergiß, wenn du kannst“ (1956), um nur einige zu nennen. Fröhlichs letzter Kinofilm war „… und keiner schämte sich“ von 1960.

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