Leben & Werk

Schweizer Regisseurin, Drehbuchautorin und Kolumnistin. Mit Geschichten über junge Mädchen in der Provinz, Familienprobleme, erste Liebe, Liebesnöte und Affären, die sie mit sehr viel Humor und Einfühlungsvermögen schildert, hat sich Güzin Kar als Drehbuchautorin einen Namen gemacht. Ihr größter Kinoerfolg wurde Vivian Naefes Kinder- und Jugendfilm „Die wilden Hühner“ (2006), dessen Drehbuch sie mit Produzentin Uschi Reich nach dem Romanzyklus von Cornelia Funke schrieb. Ihre für das Schweizer Fernsehen, ZDF und arte entstandenen Drehbücher („Lieber Brad“, „Mehr als nur Sex„) brachten ihr Drehbuch und Regie des TV-Dramas „Alles bleibt anders“ (2006) ein, wo die Schwangerschaft einer 16-jährigen Schülerin zu Auseinandersetzungen in den jeweiligen Familien führt. 2011 schrieb und inszenierte Kar ihren ersten Kinofilm „Fliegende Fische müssen ins Meer„, der wie viele ihrer Geschichten in einem Grenzstädtchen am Rhein spielt. Die 15-jährige Nana (Elisa Schlott) verabscheut die Vorlieben ihrer als Schleusenwärterin arbeitenden lebensfrohen Mutter (Meret Becker) für kurze Liebschaften, sucht einen Vater für ihre beiden jüngeren Geschwister. Doch dann verliebt sie sich selbst in den Auserwählten.

Güzin Kar wurde 1971 in Iskenderun, Türkei, geboren und lebt seit ihrem fünften Lebensjahr in der Schweiz. Sie studierte Germanistik, Filmwissenschaft und Publizistik an der Universität in Zürich. Parallel dazu war sie als Jugendarbeiterin und Deutschlehrerin für Arbeitslose, Hausfrauen und Manager tätig. Anschließend studierte sie an der renommierten Ludwigsburger Filmakademie, wo sie „ohne Unterbrechung Tag und Nacht lernte und arbeitete“. Seit 2002 lebt und arbeitet sie als freie Autorin und Regisseurin in Zürich. Kars erstes Drehbuch, „Lieber Brad“, wurde 2001 von Lutz Konerman verfilmt. In der Familienkomödie vertraut die 12-jährige Tina ihrem Idol Brad Pitt in Briefen ihre täglichen Nöte an. In der Screwball Comedy „Mehr als nur Sex“ (2002) zahlt Anneke Kim Sarnau als Chefin einer Hochzeitsagentur es ihrem untreuen Freund mit einem charmanten italienischen Möbelverkäufer heim und verliebt sich. In „Ein verlockendes Angebot“ (2007) finden Christiane Paul und Devid Striesow nach Liebesaffären auf beiden Seiten wieder zusammen. Im Kinofilm „Die wilden Hühner“ rettet die Mädchenbande um Sprotte, Frieda, Trude, Wilma und Melanie die geliebten Hühner aus dem Stall einer Oma.

Güzin Kars erster Film als Regisseurin war der von ihr geschriebene 28-minütige „Paul und Lisa“ (2002), der aus der Sicht der zwölfjährigen Lisa von Vater Paul, der Schule und Freundschaften erzählt und dem von ihr geschriebenen „Lieber Brad“ ähnelt. 2003 und 2005 erhielt sie als bisher einzige Schweizerin die Drehbuchpreise der Schweizerischen Autorengesellschaft SSA für „Alles bleibt anders“ bzw. „Fliegende Fische müssen ins Meer“, der 2011 den Preis des saarländischen Ministerpräsidenten auf dem Filmfestival Max-Ophüls erhielt.

Güzin Kar schrieb von 2004 bis 2008 in der Weltwoche die Kolumne „Gender Studies“, später „Moderne Liebe“ genannt. Aus ihr erwuchsen die Romane „Ich dich auch. Ein Episodenroman für Paarungsgestörte“ (2006) und „Leben in Hormonie. Paarungskatastrophen für Fortgeschrittene“ (2008, beide Kein & Aber Verlag, Zürich). Seit 2008 schreibt Kar die Kolumne „Güzins Welt“ in der Programmzeitschrift Tele.

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