Graham Chapman

Schauspieler • Drehbuchautor

Leben & Werk

Am 5.10.1969 ging im Spätprogramm der BBC die erste Folge einer neuen Form der TV Comedy über den Äther, die als schwärzester britischer Humor Fernseh- und Filmgeschichte schreiben sollte. Verantwortlich war eine Gruppe von fünf englischen TV-Comedy-Autoren und einem amerikanischen Animationsgenie, die sich Monty Python’s Flying Circus nannten und bis 1983 bestand. Die sechs Gründungsmitglieder waren Graham Chapman, John Cleese, der Amerikaner Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin. Sämtliche englischen Python-Mitglieder nahmen an Universitäts-Revuen teil (die „Oxbridge Five“) und wechselten nach Abschluss ihrer Studien in den Bereich der Komödienautoren und Performer. Die unverwechselbare Mischung aus sarkastischen Sketchen, Pop-Art-Zeichentricksequenzen und grotesken Gedankensprüngen der Pythons und ihr atemberaubendes Timing setzten neue Maßstäbe in der Welt des Humors.

Graham Chapman (1941-1989) studierte in Cambridge Medizin, in London Klinische Medizin, wurde 1966 zum Doktor ernannt und gab seinen Beruf als Arzt auf, als er von einer Theatergruppe zu einer Neuseeland-Tournee eingeladen wurde. Er lernte die anderen Pythons in der Kantine der BBC kennen, wo sie für Kinderprogramme arbeiteten und neue Formen der Komödie suchten. Die erste Folge von Monty Python’s Flying Circus wurde 1969 weitgehend ignoriert, aber Mundpropaganda trug ihren Namen weiter. Insgesamt 45 Folgen halbstündiger Sendungen später hatten die Pythons ihr Publikum gefunden und seit 1974, als amerikanische TV-Stationen die Shows sendeten, auch weltweit Erfolg. Von 1972 bis 1983 entstanden vier Bücher, zehn Langspielplatten und die sechs Spielfilme „Monty Python’s wunderbare Welt der Schwerkraft„, „Die Ritter der Kokosnuss“, „Jabberwocky„, „Das Leben des Brian„, „Time Bandits“ und „Der Sinn des Lebens“, komplettiert durch die Aufnahme ihrer Bühenshow „Monty Python Live at the Hollywood Bowl“ (1980).

Chapman schrieb an allen Drehbüchern bis auf „Jabberwocky“ und „Time Bandits“ mit, führte nie Regie und spielte in „Ritter der Kokosnuss“ den König Arthur und in „Das Leben des Brian“ fünf Rollen. Der Komiker litt zeitweise an Alkoholproblemen und veröffentlichte 1980 das Buch „A Liar’s Autobiography“. Nach dem Ende der Monty Pythons spielte er 1983 die Hauptrolle in dem von ihm geschriebenen und von Mel Damski inszenierten „Yellowbeard - Dotterbart“, eine Parodie auf Piratenfilme mit Schatzsuche, eintätowierten Lageplänen, Meutereien und Ausbrüchen, die Teile von „Der Fluch der Karibik“ (2003) vorweg nimmt.

Graham Chapman starb am 4. Oktober 1989 in Kalifornien an Kehlkopfkrebs, 19 Jahre und 364 Tage nach der ersten Ausstrahlung einer Folge von Monty Python’s Flying Circus.

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