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Goldie Hawn Poster

Bis gestern durfte sich Daniel Brühl berechtigte Hoffnungen machen.

Geoffrey Rush und Charlize Theron überzeugten in "The Life and Death of Peter Sellers" Bild: Boris Sunjic

Neben Gael García Bernal, der das Publikum in „The Motorcycle Diaries“ und im Eröffnungsfilm „La Mala Educacion“ begeisterte, galt der deutsche als aussichtsreichster Kandidat auf den Darstellerpreis. Doch mit Geoffrey Rush, der in „The Life and Death of Peter Sellers“ ein wahres Feuerwerk abbrennt, dürfte das Festival einen neuen Favoriten haben.

Sellers

Am stärksten ist Geoffrey Rush jedoch, wenn er das große Dilemma des britischen Ausnahmedarstellers zeigt: den Peter Sellers, der hinter all seinen Masken sich selbst nicht mehr findet, der bindungsunfähig und leer ist. Der Australier über sein Verständnis der britischen Ikone:

Geoffrey Rush ist als "Peter Sellers" der neue Palmen-Favorit Bild: Cannes

Zwei Seiten eines Mythos

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Goldie Hawn, die mit Sellers ‚There’s a girl in my soup‘ gedreht hatte, sagte mir:’Peter konnte dich in jeder völlig normalen Situation dazu bringen, Tränen zu lachen. Zugleich wirkte er wie ein Mann, der auf einer Nadelspitze balanciert und jederzeit herunterfallen kann.’Genauso wollte ich Peter spielen.“

Britische Kollegen werfen Regisseur Stephen Hopkins indes vor, einen Mythos zu demontieren, indem er auch Sellers dunkle Seiten zeige. Doch „The Life and Death of Peter Sellers“ ist kein dokumentarisches Biopic, das eine historische Wahrheit erzählen will. Hopkins spielt mit dem Genre, schafft ein kunterbuntes Kaleidoskop über das Leben eines Mannes, dessen wahres Gesicht nicht einmal er selbst kannte. So witzelte Rush in Anspielung auf „Die Passion Christi“ denn auch: „Wir haben den Film dem Papst gezeigt und er hat gesagt: ‚Es ist, wie es war.'“

Charlize Theron

Glamour-Diva wie einst Britt Ekland: Charlize Theron Bild: Boris Sunjic

Musik zum Abschied

Mit „The Life and Death of Peter Sellers“ hat der offizielle Wettbewerb einen schönen Schlussakkord gesetzt. Am Samstag steht mit dem Cole Porter-Biopic „De-Lovely“ erstmals auch noch ein echter Abschlussfilm des Festivals auf dem Programm. Neben den Hauptdarstellern Kevin Kline und Ashley Judd sind in Irvin Winklers Werk Musik-Größen wie Robbie Williams, Elvis Costello, Sheryl Crow, Mick Hucknall, Diana Krall, Alanis Morissette und Natalie Cole zu sehen. Einige der Stars, unter anderem Robbie, werden auf der anschließenden Abschieds-Gala unter dem sternenklaren Himmel der Côte d’Azur Songs aus dem Film zum Besten geben.

In den vergangenen Tagen bestach Cannes nicht nur mit teils großartigen Filmen, sondern lieferte auch einige verbale Bonbons internationaler Stars.

Den schönsten Kommentar zum Thema Glamour lieferte beispielsweise Daryl Hannah: „Als Schauspieler versteckst du dich eigentlich am liebsten hinter einer Rolle“, philosophierte sie. „Der Rummel in Cannes bedeutet aber, sich als Person zu zeigen und damit als diese Person eine Berühmtheit zu werden. Das widerspricht sich.“ Wie übrigens auch, dass Hannah diesen Ausspruch in einem eng anliegenden Kleid tätigte, einem zweifellos sündteuren Traum von beigefarbener Seide, hinter dem sich zu verstecken in der Tat schwierig gewesen wäre.

Kevin Kline bildet als Cole Porter das Schlusslicht des Festivals Bild: Cannes

Karaoke Bill

Ein überraschende Geschichte gab’s vom harten Mann Quentin Tarantino zu hören. Auf die Frage, was eigentlich der schönste Moment beim Dreh zu „Kill Bill“ gewesen sei, meinte er: „Das klingt jetzt kitschig, aber es war so: Als wir mit unseren Crew-Mitgliedern aus den USA, China, Japan, Australien und Kanada in einer Karaoke-Bar „We are the world“ gesungen haben.“

Aber auch die Journalisten hatten einiges auf Lager. Eine Kollegin aus New York tat beispielsweise aktiv etwas für die Völkerverständigung. Zu Hans WeingartnersDie fetten Jahre sind vorbei“ verteilte sie folgendes Kompliment: „Der Humor im Film war toll. Und so untypisch deutsch: Jeder mochte ihn.“

Den Vogel schoss aber eine junge Reporterin aus China ab, die sich mit Tom Hanks folgenden Dialog lieferte:

REPORTERIN: Tom, kommst Du mal nach China und studierst Land und Leute?

HANKS: Ja, das sind aktuell die Punkte eins und zwei auf meiner To Do-Liste.

REPORTERIN: Ich habe heute Geburtstag und meine Freunde haben mir dieses Plakat geschenkt (sie hielt das Filmplakat zu „Scott & Huutsch“ hoch). Signierst du es mir?

HANKS: Äh, ja.

REPORTERIN: Wie alt warst du, als du diesen Film gemacht hast?

HANKS: 17.

REPORTERIN: War das eine Komödie?

HANKS: Darüber streiten die Kritiker noch.

"Ladykiller" Tom Hanks hat auch in Cannes interessante Begegnungen mit der Damenwelt Bild: Buena Vista

Wer macht das Rennen?

Auf die sehr berechtigte Frage, ob „Ladykillers“ sein bester Film sei, meinte Hanks danach schmunzelnd: „Ich würde mir in jeder Rolle eine drei geben.“

Doch am spannendesten ist derzeit natürlich die Frage, wie sich die Jury um Präsident Quentin Tarantino entscheiden wird. Dieses Jahr werden die Juroren ihre Wahl dabei erstmals öffentlich begründen - in einer Pressekonferenz am Sonntag. Tarantino legte schon mal vor: „Wir entscheiden im Kollektiv“, versicherte der Vorsitzende. Fügte dann aber an, er könne sich schon vorstellen, „die anderen vielleicht ein bisschen zu beeinflussen“.

Das erinnert an Clint Eastwood, der 1994 „Pulp Fiction“ im Alleingang als Festival-Sieger durchdrückte. Tarantino favorisiert derzeit angeblich die filmisch perfekte Gewaltorgie „Old Boy„.

So spekuliert derzeit die gesamte Croisette über die Gewinner in einem Wettbewerb, der sich zwar in den ästhetischen Ansätzen sehr unterschiedlich, aber in der Qualität recht ausgeglichen zeigte - und das auf hohem Niveau. Allein Walter Salles mochte sich am allgemeinen Rätselraten nicht beteiligen: Auf die berechtigte Frage nach den Siegchancen für seine „Motorcyle Diaries“ versicherte er sehr glaubhaft: „Ich wünsche jedem Film im Wettbewerb viel Glück!“

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