Leben & Werk

Österreichischer Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Wie Ulrich Seidl, Jessica Hausner, Michael Haneke und Michael Glawogger gehört der seit 1990 für Film und Fernsehen arbeitende Autorenfilmer Götz Spielmann zu den Stilisten des österreichischen Films. Seine Werke sind geprägt von sprödem Sozialrealismus, Symbolismen sowie spannenden und irritierenden Reflexionen über Resignation und Hoffnungen von Menschen verschiedenster Milieus. Drei seiner Filme wurden von Österreich für den Auslandsfilm-Oscar eingereicht: 1999 „Die Fremde“, 2004 „Antares“ und 2008 „Revanche“.

Götz Spielmann wurde 1961 in Wels geboren, wuchs in Wien auf und begann schon in der Schulzeit mit dem Schreiben von Filmen. Ein erster Kurzfilm lief 1978 im Fernsehen. 1980 beginnt er sein Drehbuch- und Regie-Studium an der Filmakademie Wien in der Klasse von Axel Corti, schließt das Studium 1987 ab. In der Zeit entstehen mehrere Kurzfilme („Fremdland“, „Abschied von Hölderlin“) und die Endzeitfarce „Vergiss Sneider!“ (1987), die auf ihn aufmerksam machen und im Wiener Stadtkino laufen. Ab 1990 inszeniert er regelmäßig für Film und Fernsehen, fällt sofort auf mit „Erwin und Julia“, die Geschichte eines jungen Mannes aus der Provinz, der in Wien auf die Frau seines Lebens (Julia Stemberger) trifft.

Spielmann inszeniert nach eigenen Drehbüchern Charakterporträts: das eines alten Mannes in „Der Nachbar“ (1991, mit Rudolf Wessely und Dana Vavróva), das dreier Männer um die 30 in „Dieses naive Verlangen“ (1993), und das eines Taxifahrers in Wien in „Die Fremde“ (1999). 2001 inszeniert er Arthur Schnitzlers „Spiel im Morgengrauen“ (ORF), in dem Fritz Karl einen von den Sünden der Vergangenheit eingeholten Offizier der k.u.k.-Monarchie spielt.

Internationale Aufmerksamkeit erlangt Spielmann mit „Antares - Studien der Liebe„, drei Geschichten über Seelenqualen, Leidenschaft, Lust, Lüge, Eifersucht und Gewalt in einer Hochhaussiedlung am Rande von Wien. In ihnen ist Liebe die treibende Kraft hinter extremen emotionalen und physischen Erfahrungen der Charaktere. Explizite Sexszenen (wie in „Revanche“) wurden innerhalb der Oscar-Academy heftig diskutiert, der Wechsel der Perspektiven und Zeitsprünge machen aus „Antares“ ein österreichisches „Short Cuts“.

Spielmanns Filme liefen auf Festivals von Locarno bis Toronto, wurden mit zahlreichen Festival-Preisen ausgezeichnet: „Revanche“ 2008 mit dem Art-Cinéma-Award und dem Label Europa Cinemas der Berlinale, dem Hauptpreis „Fliegender Ochse“ des Filmkunstfests Mecklenburg-Vorpommern Schwerin und dem Großen Preis der Jury und Kamerapreis der Diagonale Salzburg. 2006 wurde Spielmann mit dem Österreichischen Landeskulturpreis der Sparte Film ausgezeichnet.

Als Schauspieler hat Spielmann Filmnebenrollen übernommen, einige unter der Regie von Xaver Schwarzenberger („Annas Heimkehr„, mit Veronica Ferres; „Stella di Mare“; „Die Nacht der Nächte“, mit Senta Berger).

Spielmann, der auch am Theater inszeniert (Arthur Schnitzlers „Der einsame Weg“ und sein eigenes Stück „Imperium“ 2006 und 2007 am Landestheater Linz), ist Vorstandsmitglied im Verband der Spielfilmregisseure Österreichs. 2006 gründete er die Produktionsfirma Spielmannfilm: „Filmemachen ist ja nicht nur eine Arbeit an der Genauigkeit, sondern auch eine gegen Umstände.“

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News und Stories

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