Hinter den Kulissen: So wurde "Spirit" Leben eingehaucht

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Götz George Poster

„Spirit - Der wilde Mustang“ ist ein mitreißender Zeichentrickfilm über ein unzähmbares Wildpferd, der beweist, dass die traditionelle Zeichentrickkunst alles andere als traditionell ist.

Spirit in typischer Pose

Die Geschichte über den Mustang Spirit, der in der Weite der amerikanischen Prärie lebt, ist der technologisch anspruchsvollste Zeichentrickfilm, den Dreamworks bisher realisiert hat und die perfekte Kombination von modernster Computeranimation und klassischer Trickfilmkunst.

Allerdings, ob nun 2D oder 3D oder beides miteinander kombiniert: Pferde sind extrem schwer zu zeichnen und naturgetreu in Szene zu setzen. Die stark ausgeprägte Muskulatur, die bei jeder Bewegung sichtbar wird, unterschiedliche Gangarten etc.: Das alles stellt jeden Zeichner vor eine besondere Herausforderung.

Dies sind wohl auch die Gründe dafür, dass vor Spirit kein Pferd eine Hauptrolle in einem Zeichentrickfilm übernehmen durfte. Das Animationsteam hatte, bevor es Spirit auf die Leinwand galoppieren ließ, die vielen Besonderheiten der Bewegung und der Anatomie ausgiebig studiert.

Davor wurde das lebende "Objekt" eifrig studiert

Musik und Bilder statt vieler Worte

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Jeder Gedanke, jedes Gefühl musste ausschließlich durch Körpersprache, Mimik und Wiehern - das von echten Pferden aufgenommen wurde - ausgedrückt werden. Denn die Pferde im Film können nicht sprechen.

Entstanden ist „Spirit“ wie ein Stummfilm: Sprechertext, Musik und Songs wurden erst nach Fertigstellung der Bilder hinzugefügt. Von Anfang an sollte die Geschichte vor allem visuell erzählt werden, nur Spirits Gedanken sind manchmal zu hören: Steffen Wink leiht als Ich-Erzähler den Gefühlen des Hengsts in den Schlüsselszenen seine Stimme.

Liebe, Trauer, Angst, Sehnsucht - das alles drückt sich dazu auch in den einfühlsamen Songs von Hartmut Engler und der bewegenden Musik von Hans Zimmer aus.

Beim großen Cannes-Event sang Bryan Adams die Original-Songs live zum Film

Die Liebe zum Wilden Westen

Die Landschaft des amerikanischen Westens ist als Heimat der Wildpferde ein wichtiger Bestandteil des Films, auch wenn auf geografische Authentizität weitestgehend verzichtet wurde.

Kühle Blau- und Grüntöne vermitteln das Gefühl von Freiheit und Freude. Gedämpfte warme Farben wie Gelb und Braun wurden eingesetzt, um eine bedrückende Stimmung zu schaffen. Die offene Prärie und die Wüste, die sich bis zum Horizont erstrecken, und die herrlichen Bergketten der weiten Canyons des amerikanischen Westens ergeben jeweils ein wunderbares Panorama.

Die amerikanische Prärie: Mit viele Liebe zum Detail gezeichnet

Monumentales Zeichnen

Um den Herausforderungen einer überzeugenden Naturdarstellung auf der Leinwand gerecht zu werden, gab es für die Filmemacher nur eine Wahl: Es musste in Cinemascope gedreht werden.

Für das Animationsteam bedeutete das bis zu vierzig Prozent mehr Trickszenen. Mit vierundzwanzig Einzelbildern pro Sekunde war das sowohl für die traditionellen Animatoren als auch für die digitalen Künstler ein gutes Stück Arbeit.

Dafür wurde eigens der „ToonShooter“, entwickelt: Er erlaubte den Animatoren, handgezeichnete Trickvorlagen einzuscannen und sie mit anderen Elementen wie Figuren, Hintergründe und Effekte zu kombinieren.

Die Illusion einer unendlichen, abwechslungsreichen Umgebung, die als perfekter Hintergrund der Geschichte diente, entstand.

Steffen Wink und Hartmut Englerim Tonstudio

Die deutschen Stimmen

Steffen Wink, der Erzähler, begeisterte als jugendlicher Partner von Götz GeorgesSchimanski“ in den 90ern die Fernsehzuschauer. Mit Filmen wie „Bin ich schön??“ von Doris Dörrie und „Kai Rabe gegen die Vatikankiller“ von Thomas Jahn eroberte der Wahl-Münchner auch die Leinwand.

Wie sein amerikanisches Alter Ego Matt Damon, der seine Rolle so verstand, als säße er mit seinem kleinen Neffen am Lagerfeuer und erzähle ihm die Geschichte vom Mustang Spirit, vermag auch er mit seiner Stimme Spirit zum Leben zu erwecken.

Für alle, denen der Mustang und der Wilde Westen gar nicht aus dem Kopf gehen, gibt es übrigens ein Spiel zum Film für den virtuellen Ritt in die unendliche Weite des Wilden Westens.

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