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Giuseppe Bertolucci

Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Italienischer Regisseur und Drehbuchautor. Der Sohn des Dichters Attilio und jüngere Bruder des Regisseurs Bernardo Bertolucci („Der letzte Kaiser„) wurde 1947 in Parma geboren und war an mehreren Drehbüchern Bernardos („Die Strategie der Spinne“, „Novecento - 1900“, „La luna“) beteiligt. Er verfolgte seine eigene Karriere als Regisseur von Spielfilmen und Dokumentarfilmen. In Deutschland unbekannt, wo zwei seiner zwanzig Filme im Fernsehen und keiner im Kino liefen, gehörte Bertolucci in Italien als Generationskollege von Giuseppe Tornatore, Gianni Amelio und Roberto Benigni mit bürgerlichen Dramen zu den scharfsinnigen Analytikern der italienischen Mittelschicht und des sozialen Wandels der 1980er- und 1990er-Jahre. Sein Anliegen: Emotionen, Wahrheit und Lüge aus der vereinfachenden Sprache der Medien zu isolieren und greifbar zu machen.

Bertoluccis Hauptwerk ist „Segreti, segreti“ (1984), virtuose Studie einer jungen Terroristin aus bürgerlichem Haus, die sich nach einem Attentat bei verschiedenen Frauen versteckt, die bestimmte Aspekte der italienischen Gesellschaft verkörpern. Der Film versammelt mit Lina Sastri, Rosanna Podestà, Mariangelo Melato, Giulia Boschi, Lea Massari, Alida Valli und Stefania Sandrelli die Creme der damaligen italienischen Filmschauspielerinnen und wurde durch die Koppelung von Terrorismus und Frauenfilm zu einem der meistdiskutierten Filme im Land. Lina Sastri erhielt den David di Donatello als Beste Hauptdarstellerin, Bertolucci wurde für das Drehbuch vom Verband der Filmkritiker ausgezeichnet.

Giuseppe Bertolucci begann 1971 mit einem Dokumentarfilm, ging dann zum Fernsehen und debütierte 1977 mit dem Spielfilm „Berlinguer, ti voglio bene“, eine Satire auf den Chef der Kommunistischen Partei Italiens mit Roberto Benigni in der Hauptrolle, dessen Bühnen- und TV-Shows Bertolucci knapp zehn Jahre später mit „Tuttobenigni“ (1986) dokumentierte. Anerkennung bei der Kritik fand er mit „Oggeti smarriti“ (1979), der auf dem Bahnhof von Mailand spielt und die Begegnung eines Bürgers mit einem bizarren Freund zum Thema hat. In „Lucky Boys“ (1984) finden sich ein Lehrer und sein Freund im 15. Jahrhundert wieder, in „Strana, la vita - Seltsam, das Leben“ (1987) verändert sich das monotone Leben eines Psychologen beim Gesundheitsamt dramatisch. Nach dem Road Movie „I cammelli“ (1988, mit Diego Abantuono) beteiligte sich Bertolucci am Episodenfilm „La domenica specialmente“ (1991, mit Amanda Sandrelli, Tochter von Stefania Sandrelli und mehrfach seine Hauptdarstellerin). 1999 wurde er für „Il dolce rumore della vita“ (Regiepreis in Mar del Plata) gefeiert, der 15 Jahre aus dem Leben der Filmschauspielerin Sophia (Francesca Neri) schildert, ein Thema, das Bertolucci 2001 mit seinem ersten in digitaler Technik gedrehten Spielfilm „L’amore probabilmente“ am Beispiel einer Theaterschauspielerin (Sonja Bergamasco) wieder aufnahm.

Bertolucci, Mitglied der KPI, nahm für die Partei mehrere Dokumentarfilme (u.a. „Panni sporchi“, 1980) auf. Zu seinen späteren Dokumentarfilmen zählen „Segni particolari“ (2003, über die Emilia Romana), „“Cinema ritrovato“ (2004, Essay über Filmkunst) und „Pasolini prossimo nostro“ (2006, über Autor und Regisseur Pier Paolo Pasolini und sein Verhältnis zu Italien).

Giuseppe Bertolucci starb 2012 im Alter von 65 Jahren.

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