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Gisèle Casadesus

Schauspieler

Leben & Werk

Französische Schauspielerin. Nachdem sie dreißig Jahre als Mitglied der Comédie Francaise und auf anderen Pariser Bühnen gespielt hatte und nur sporadisch als jugendliche Heldin in Kinofilmen zu sehen war, trat Gisèle Casadesus ab 1971 in Film und Fernsehen auf, wo sie elegante Damen mittleren Alters und Mütter verkörperte. Die Arbeit unterbrach sie häufig für Jahre, um sich ihren Kindern zu widmen. In den letzten zwanzig Jahren spielte und verfeinerte sie die Rollen lebensweiser, kultivierter und zarter alter Damen und Großmütter. 2010 wurde sie im Alter von 96 Jahren quasi neu entdeckt, als sie in Jean Beckers „Das Labyrinth der Wörter“ eine belesene und feinsinnige Dame verkörperte, die einen herzensguten Hilfsarbeiter (Gérard Depardieu) in die Welt der Literatur einführt und von ihm aus dem Altersheim entführt wird. In dem Jahr spielte sie in vier Filmen, darunter „Elle s’appelait Sarah“ als Oma an der Seite von Kristin-Scott Thomas, und als 95-Jährige in „Ces amours-là“ von Claude Lelouch, für den sie bereits 1996 die Mutter des Top-Unternehmers (Bernard Tapie) in „Männer und Frauen - Eine Gebrauchsanleitung“ gespielt hatte.

Gisèle Tatiana Casadesus wurde 1914 in Paris als Tochter eines Komponisten und Dirigenten und einer Baptistin geboren und wurde schon mit zwanzig Jahren für Theaterpreise nominiert und in die Comédie Francaise aufgenommen, wo sie ununterbrochen von 1934 - 1962 auf der Bühne in rund 100 klassischen und modernen Stücken stand. So machte sie Dramen von Jean Anouilh („Jeanne oder die Lerche“) populär. 1967 wurde sie Ehrenmitglied der Comédie Francaise. 2003 erhielt sie den Molière d’Honneur für ihr Lebenswerk.

Gisèle Casadesus hatte 1934 an der Seite von Jean Marais in Marcel L’Herbiers Kostümfilm „L’Aventurier“ ihr Kinodebüt, der Film blieb ihr einziges Engagement in den 30er-Jahren. In den 40er-Jahren war sie in neun Filmen zu sehen, darunter „Der ewige Gatte“ und ein „Casanova“-Abenteuer. Nach zwei Jahrzehnten Abwesenheit begann sie 1971 als Gräfin in „La belle aventure“ ihre Film- und TV-Karriere. Sie war in Michel Devilles „Das wilde Schaf“ (mit Jean-Louis Trintingant und Romy Schneider) dabei und in „Das Urteil“ (1974) die von Sophia Loren entführte Frau eines Richters (Jean Gabin). Sie war Kindermädchen im TV-Film „Alle lieben Mami Rose“, wo sie die Titelheldin spielte, und Marquise in Roger Vadims „Une femme fidèle“ (mit „Emmanuelle“ Sylvia Kristel). Zu ihrer Fernseharbeit gehören Gastauftritte in den „Maigret“-Serien mit Jean Richard (70er-ahre) und Bruno Cremer (90er-Jahre).

Gisèle Casadesus war die gastgebende Madame Mercier in Jean Beckers Provinzidylle „Ein Sommer auf dem Lande“ (1999), Mutter von André Dussolier in „Aie“ (2000), zynische Königinmutter in der Komödie „Palais Royal!“, Mutter von Carole Bouquet in der Komödie „Hilfe, bei mir wird renoviert“ (2005) und Madame de Broglie in „Die Eleganz der Madame Michel“ (2009). Mit Jean Reno war sie in „Le premier cercle“ (2009) zu sehen. Sie spielte mehrfach unter der Regie von Komödienspezialist Pascal Thomas („La Dilettante“).

Gisèle Casadesus wurde 1990 Mitglied der Ehrenlegion, erhielt den Titel „Officier des Arts et Lettres“ und wurde mit dem Großkreuz des Nationalen Verdienstordens Frankreichs ausgezeichnet.

Gisèle Casadesus heiratete 1934 ihren Schauspielkollegen Lucien Pascal, mit dem sie vier Kinder hat, die alle künstlerisch tätig sind. (geh)

Filme und Serien

News und Stories

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