Geraldine Chaplin

Geraldine Chaplin

Leben & Werk

Für das europäische Kunstkino war sie mit den neun Filmen, die sie mit ihrem zeitweiligen Lebensgefährten, dem spanischen Regisseur Carlos Saura, zwischen 1966 und 1979 drehte, eine Kultfigur. In Filmen wie “Peppermint Frappé”, “Züchte Raben” oder “Elisa, mein Leben” verkörperte die 1944 noch in den USA geborene Tochter von Charles Chaplin und Oona O’Neill junge, von den Institutionen der Franco-Ära Spaniens unterdrückte Frauen, die sich nur in Phantasiewelten oder in Tagebüchern von Ehemännern, Offizieren und Priestern befreien können, von denen sie in der Schlüsselszene in “Anna und die Wölfe” gemeinsam vergewaltigt wird. Mit dem Tode Francos war dieses Kapitel Filmgeschichte beendet. Doch die zarte, fast gebrechlich wirkende Geradine mit der spitzen Nase, den hohen Backenknochen und dem Anschein von Trauer um die Augen, die als ausgebildete Ballerina angefangen hatte, ging ihren Weg in internationalen Produktionen von “Doktor Schiwago” über die Rolle der Königin in den “Musketier”-Filmen von Richard Lester bis zu “Der Tanzpalast” und der Kolonial-Satire “Die letzten Tage in Kenya“. In den USA war sie in den Ensemblefilmen von Robert Altman (“Nashville”) und Alan Rudolph (“Willkommen in Los Angeles”) eine feste Größe, ob als Rachefurie oder als affektierte Journalistin. Ihre schönste Rolle hatte sie als exzentrische, Kunst sammelnde Witwe und Pariser Society-Dame in Rudolphs “The Moderns – Wilde Jahre in Paris”, wo sie ihre durch Reife erlangte spöttische Ader gekonnt zum Tragen brachte. Für das Fernsehen trat die wegen ihrer Verlässlichkeit gesuchte Chaplin unter anderem als Mutter Teresa auf.

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