Leben & Werk

Neben Vincente Minnelli und Stanley Donen war George Sidney (1916-2002) der bedeutendste Musical-Regisseur Hollywoods und der MGM-Studios. Sidneys

schwungvolle und elegante Musical-Klassiker wie „Urlaub in Hollywood“, „Badende Venus“, „Annie Get Your Gun“, „Show Boat“, „Pal Joey“ und „Viva Las Vegas“ gehören mit ihrem Melodienreichtum, ihren rhythmischen Szenenfolgen und ihrer opulenten Ausstattung in leuchtenden Technicolor-Farben zu den Schätzen des Genres. Daneben inszenierte der geschickte Handwerker, der selbst keine tänzerische Erfahrung, aber einen Blick für Choreografie und Glamour besaß, mit „Die drei Musketiere“, „Scaramouche, der galante Marquis“ und „Die Thronfolgerin“ drei Mantel-und-Degen-Filme voll leichtfüßiger Ironie und prachtvollen Dekors. Sidney konnte Stars wie Esther Williams, Lana Turner, Kim Novak und Ann-Margret zu glänzenden Leistungen motivieren. Zu seinen technischen Innovationen gehörte die Kombination von Real- und Zeichentrickfilm, so im berühmten Tanz von Gene Kelly als Matrose mit der Cartoon-Maus Jerry in „Anchors Aweigh - Urlaub in Hollywood“ (1943).

George Sidney wurde 1916 in Long Island, New York, als Sohn eines Broadway-Impresarios und einer Schauspielerin geboren. Er studierte kurzfristig Musik und begann seine Laufbahn bei MGM als Botenjunge, wurde Assistent und 1937 Regisseur von mit Oscars ausgezeichneten Kurzfilmen, darunter 1938/39 die „Our Gang“-Serie („Ich war gerade mal sieben Jahre älter als das älteste Kind.“). 1941 wurde ihm die erste Spielfilmregie („Free and Easy“) übertragen, 1943/44 inszenierte er die ersten Technicolor-Musicals des Studios („Thousands Cheer“ und „Badende Venus“, mit dem grandiosen Wasserballett), die neue Stars wie Esther Williams, Gene Kelly, Frank Sinatra und Kathryn Grayson populär machten. Nach einem Monat Drehzeit gab Sidney 1944 aus Unzufriedenheit die Regie von „Ziegfield Follies“ an Minnelli ab, der gerade sein erstes Farbfilm-Musical „Meet Me in St. Louis“ inszeniert hatte. In den späten 40er-Jahren gelangen ihm fünf Kassenschlager in Folge, zuletzt „Die drei Musketiere“ (1948) mit Gene Kelly als D’Artagnan und Lana Turner als Mylady de Winter. Den sportlich artistischen Degenduellen Kellys in diesem „Swashbuckler“ setzte er in „Scaramouche“ (1952) Stewart Grangers elegante Art der Degenführung entgegen.

Mit dem Western-Musical „Annie Get Your Gun“, „Showboat - Mississippi Melodie“ (mit der wunderschönen Ava Gardner) und „Kiss Me Kate“ (nach Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“) entstanden drei Meisterwerke des Genres. Dem Esther-Williams-Vehikel „Jupters Liebling“ folgte mit „Pal Joey“ Sidneys letztes großes Musical, in dem Frank Sinatra von Kim Novak und Rita Hayworth umgarnt wird. „Viva Las Vegas - Tolle Nächte in Las Vegas“ (1963) ist eine Abkehr vom klassischen Musical und Musikfilm mit Elvis Presley, dessen frühe Karriere Sidney in „Bye Bye Birdie“ 1962 parodiert hatte, und der hinreißenden Ann-Margret. 1967 zog sich Sidney nach der für Paramount inszenierten Musikkomödie „Half a Sixpence“ von der Regie zurück.

Als Produzent gründete Sidney 1944 die Hanna-Barbera Studios und war zehn Jahre ihr Präsident. Von 1951-1959 war er Präsident der Screen Director’s Guild, von 1961-1967 Präsident der Director’s Guild of America und 1998 der erste Preisträger des DGA Award. 1958 wurde er für seine Musicals mit dem Golden Globe für „Best World Entertainment“ ausgezeichnet.

George Sidney war drei Mal verheiratet. Er hatte keine Kinder.

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