Hollywoodstars als Öko-Cops

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George Clooney Poster

Wenn Hollywoodstars eins im Überfluss haben, dann ist es Geld. Millionengagen sichern die Rente, die Villa am Strand und die Kosten für die Scheidung. Im Gegenzug fehlt es an Zeit. Meint man.

Unterstützt seinen Freund Brad: Gerechtigkeits-Aktivist George Clooney Bild: Kurt Krieger

Trotz all der Pressekonferenzen, Filmpremieren und Anwaltstermine findet eine kleine Riege hochkarätiger oder zumindest bekannter Schauspieler mehr als nur ein paar freie Minuten, um sich wichtigeren Dingen zu widmen. Neben ihrem Ansehen investieren sie auch jede Menge Herzblut und einen Teil ihres Vermögens in das soziale Engagement.

Seit kurzem läuft im deutschen Fernsehen der Spot „Make poverty history“ - „Lasst Armut der Vergangenheit angehören“. Berühmtheiten aus der Film-, Musik- und Modewelt blicken stumm und ernst in die schwarz-weiß filmende Kamera, alle drei Sekunden schnippst einer mit den Fingern und löst den Umschnitt zum nächsten Star aus. Brad Pitt, U2-Sänger Bono, George Clooney, Bob Geldof, Colin Firth oder Kate Moss - die Liste der auftretenden Stars ist lang.

Wegsehen und tatenlos Herumstehen: für U2-Sänger Bono ein Unding Bild: Anton Corbijn

Gemeinsam für Schuldenerlass

Ihre Aussage: Alle drei Sekunden stirbt in den Entwicklungsländern ein Kind an den Folgen extremer Armut. G8-Länder wie Deutschland oder Kanada unterstützen die britische Kampagne und wollen jeweils einen nationalen „Schnips“-Spot drehen.

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9 Stars, die für einen Film ihre Gesundheit für immer ruinierten

Aufmerksamkeit erregen ist nur ein Zweck. Eigentliches Ziel der Kampagne ist es, die westlichen Länder zum Schuldenerlass gegenüber der Dritten Welt zu bewegen. Die Stars fordern darüberhinaus von den Industrienationen, dass sie die Handelsgesetze lockern und sich in den armen Ländern generell mehr engagieren - sowohl finanziell als auch durch Hilfe zur Selbsthilfe.

Brad Pitt kämpft gegen Aids und Armut Bild: Kurt Krieger

Alle Menschen sind gleich

Erst im April hat Brad Pitt ein ähnliches Projekt in seinem Heimatland initiiert. Unterstützt von Friedensnobelpreis-Anwärter Bono, wurde in Los Angeles die „One“-Kampagne ins Leben gerufen. Auch hier sind die Ziele klar definiert: Armut und Aids in Afrika sollen bekämpft werden.

Pitt ist entschlossen, eine Lösung zu finden. In Anspielung auf die amerikanische Verfassung sagte er: „Glauben wir wirklich, dass wir alle gleich sind? Und wenn ja: Was tun wir denn schon, um diesen Zustand herzustellen? Es ist ein ehrgeiziges Ziel. Aber wir können es schaffen.“

Auch privat ein nachdenklicher Mensch: Edward Norton Bild: Buena Vista

Für Flora und Fauna

Edward Norton wiederum konzentriert sein Engagement auf die Tierwelt. Als Moderator der amerikanischen Wissenschaftsserie „Strange Days on Planet Earth“ beschäftigt er sich mit Phänomen der sich stetig verändernden Umwelt: Frösche mutieren zu Zwitterwesen, wildlebende Raubtiere sterben aus.

Auch Pazifist Matt Damon bringt ökologische Zusammenhänge ins Wohnzimmer. In „Journey to Planet Earth“, ebenfalls nur im amerikanischen Fernsehen zu sehen, erzählt er von schwindenden Ressourcen und der wachsenden Weltbevölkerung, die diese verbraucht.

Umsichtig und engagiert: Leonardo DiCaprio will helfen Bild: Kurt Krieger

Den Wassernotstand bekämpfen

Natürliche Ressourcen und deren gerechte Verteilung stehen auch für Leonardo DiCaprio im Mittelpunkt. Um den Zugang zu sauberem Trinkwasser auch jenen etwa 1,2 Milliarden Menschen zu gewährleisten, die dieses Recht nicht ohne fremde Hilfe erwerben können, kämpft er an vorderster Front.

Mit einer Petition hat er sich an Präsident Bush und die Vereinten Nationen gewandt, weniger hochstehende Personen will er mit einem eigens produzierten Kurzfilm namens „Water Planet“ erreichen.

Kann mehr als nur süß und lustig sein: Cameron Diaz appelliert an die Jugend Bild: Kurt Krieger

Aufmerksamkeit schaffen

Nicht ganz so ernsthaft, deswegen aber nicht weniger ambitioniert, gibt sich Cameron Diaz. Im Frühjahr dieses Jahres leitete die blonde Ulknudel einen Trupp Musiker und Filmstarlets durch diverse Entwicklungsländer. Eva Mendes sang mit Kindern in Nepal, Gangsta-Rapper DMX sammelte Zigarettenkippen im Umland von Yellowstone. Alle zusammen wurden sie auf Elefantenrücken und von Lachkrämpfen durchgeschüttelt.

Gefilmt wurde das Ganze von MTV, wo die Erlebnisse der ungeschminkt und natürlich auftretenden Stars als zehnteilige Serie ausgestrahlt werden. „Trippin“ nennt sich das dann und das Ziel ist, mit Hilfe von Starappeal und einer humoresken Herangehensweise das junge Publikum zu erreichen.

Was denn ihre persönlichen Beweggründe gewesen seien, sich plötzlich für die Umwelt einzusetzen, wollte die New York Times kürzlich von Cameron Diaz wissen: „Alter, es gibt keine!“, lautete die Antwort. „Das Leben! Das Leben! Das Einatmen der Luft und das Trinken von Wasser und zu sehen, wie desinteressiert sich die Leute dem gegenüber geben.“

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