Ein Trend zum aus der Haut fahren

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Jennifer Lopez, Salma Hayek, Penélope Cruz und Eva Mendes – Schauspielerinnen mit südländischem Aussehen und dem dazugehörigen Temperament sind im Kommen. Warum es sich bei diesem Casting-Trend um reines Marketing handelt und wieso Hautfarbe in Hollywood immer noch ein Politikum ist.

Viva la Diva! Bild: Buena Vista, Warner, Tobis, Fox

Für Eva Mendes geht der Trend in die Richtung, Latinas an der Seite von afroamerikanischen Hauptdarstellern zu besetzen. „Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll“, ärgert sich die Schauspielerin, die gerade in der Beziehungskomödie „Hitch“ das Herz von Date Doktor Will Smith höher schlagen lässt.

„Einerseits habe ich von diesem Trend profitiert, weil ich mit Ice Cube, Denzel Washington und Will Smith arbeiten konnte. Andererseits wünschte ich, dass die Leute in Hollywood nicht so engstirnig wären.“

In "Sind wir schon da?" trifft ein hoffnungsloser Playboy auf eine alleinerziehende Mutter Bild: Sony Pictures

Alles eine Frage der Zielgruppe

In den Augen der afroamerikanischen Schauspielerin Nia Long, die im turbulenten Family-Roadmovie „Sind wir schon da?“ von Ice Cube vergöttert wird, handelt es sich bei diesem Trend um reines Marketing: „Zwei schwarze Stars ergeben einen schwarzen Film und nicht einfach einen Film über zwei Menschen.“

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Laut Produzent Jeff Friday, der das „American Black Film Festival“ ins Leben gerufen hat, sollte man nicht außer acht lassen, dass die Lateinamerikaner inzwischen die größte Minderheitengruppe der USA bilden. Seiner Meinung nach hofft die Filmindustrie, diesen Bevölkerungsteil mit entsprechenden Besetzungen ins Kino zu locken.

"Unzertrennlich": Noch interessiert sich nur Bobs siamesischer Zwilling für sexy April Bild: Fox

Vorhang auf für die Divas

In der Tat ist es so, dass eigentlich immer öfter Latina-Divas gecastet werden und zwar unabhängig von der Hautfarbe des männlichen Gegenübers. Obwohl Eva Mendes mit Ice Cube in der Actionkomödie „All About the Benjamins„, mit Denzel Washington im Cop-Thriller „Out of Time“ und jetzt mit Will Smith in „Hitch“ arbeitete, teilte sie die Leinwand auch mit weißen Schauspielern:

Paul Walker

Jennifer Lopez und Ralph Fiennes in der Aschenputtel-Story "Manhattan Love Story" Bild: Columbia Tristar

Heißblütig und herzlich

Bekanntestes Beispiel des Latina-Trends dürfte wohl Jennifer Lopez sein. Während Woody Harrelson und Wesley Snipes sich in „Money Train“ als skurriles Stiefbrüderduo um die sexy Polizistin streiten, bringt J.Lo Stephen Dorff und Filmvater Jack Nicholson als energische Kubanerin in „Blood & Wine“ um den Verstand. Ebenso ergeht es Sean Penn und Nick Nolte in „U-Turn„.

Ihre Paraderolle der erotischen Latina wird zunehmend mit einem Schuss Romantik versüßt: Prickelnd zum Beispiel der Flirt mit George Clooney in „Out of Sight„. Eher zart als hart waren dann die Film-Liebeleien mit Matthew McConaughey in „Wedding Planner„, Ralph Fiennes in „Manhattan Love Story“ und zuletzt Richard Gere in „Darf ich bitten?„.

In der Heist-Komödie "After the Sunset" erliegen Salma Hayek und Pierce Brosnan einer letzten Versuchung Bild: Warner

Lange Liste der Latina-Lover

Ihre temperamentvollen Kolleginnen Salma Hayek und Penélope Cruz stehen der Kurvenlady in nichts nach: Mexikanerin Salma lässt sich in „Fools Rush In“ von „Friends„-Star Matthew Perry schwängern und begibt sich mit Pierce Brosnan in „After the Sunset“ auf Diamanten-Jagd. Momentan macht sie Colin Farrell am Set von „Ask the Dust“ schöne Augen.

Spanierin Penélope glänzt nicht nur als Traumfrau von Ex-Freund Tom Cruise in „Vanilla Sky„, sondern auch als Herzensdame von Nicolas Cage in „Corellis Mandoline“ und demnächst zusammen mit ihrem Verlobten Matthew McConaughey im Öko-Thriller „Sahara„.

Filmpaar Fred Astaire und Rita Hayworth in "Wer wird schon reich beim Militär?" Bild: Columbia Tristar

Erotische Vorreiterin

Sexbombe Rita Hayworth, geborene Margarita Carmen Cansino, verführte übrigens bereits in den 40er Jahren reihenweise weiße Filmpartner wie Gene Kelly („Es tanzt die Göttin„), Fred Astaire („Wer wird schon reich beim Militär?„) und Glenn Ford („Gilda„). Allerdings hatte die Femme Fatale einen vergleichsweise hellen Teint und färbte ihre Haarpracht rot.

Auch wenn heutzutage Latinas die Leinwand an der Seite von weißen Stars erobern, ist in Hollywood die Frage der Hautfarbe immer noch ein Politikum.

Will Smith als New Yorks erfolgreichster Heiratsvermittler "Hitch" mit Eva Mendes Bild: Sony Pictures

Kein Küsschen für Cameron

Will Smith hat verraten, dass für „Hitch“ eigentlich nicht Eva Mendes als bezaubernde Klatschkolumnistin vorgesehen war, sondern Cameron Diaz. Doch die Filmemacher wollten dem amerikanischen Publikum keine intimen Szenen zwischen einem Afroamerikaner und einer Weißen zumuten, geschweige denn einen Kuss.

„In den USA macht man daraus ein großes Thema, außerhalb ist das kein Problem“, wundert sich Will. „Ironischer Weise sind sie in Hollywood glücklich, wenn sie einen politischen Film über Rassismus drehen können. Aber sie können das Thema nicht ganz normal behandeln.“

Wann weiße Schauspielerinnen zusammen mit Afroamerikanern heiße Hauptrollen übernehmen ohne Schlagzeilen zu machen, steht in den Sternen Hollywoods.

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