Georg Wilhelm Pabst

Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Österreichischer Regisseur. Mit Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau bildet Georg Wilhelm Pabst das Trio der bedeutendsten Regisseure der deutschen Stummfilmzeit und des beginnenden Tonfilms. Einem rasanten Aufstieg und einer intensiven Schaffensperiode, wo er mit publikumsattraktiven und künstlerisch überzeugenden Filmen wie „Die freudlose Gasse„, „Die Büchse der Pandora“, „Tagebuch einer Verlorenen“, „Westfront 1918„, „Die Dreigroschenoper“ und „Kameradschaft“ ein Meisterwerk nach dem anderen inszenierte, folgte die schwierige Phase der Nazizeit. 1938 wird seine Ausreise durch den Anschluss Österreichs ans Dritte Reich verhindert. Für die Ufa drehte der einstige „rote“ Regisseur zwei Filme, was sich nachteilig auf seine späteren Jahre auswirkte. Neben Unterhaltungsfilmen realisierte Pabst in den 50er-Jahren Filme, die sich mit der NS-Zeit kritisch auseinandersetzen. An Diabetes erkrankt, konnte er die letzten zehn Jahre nicht mehr arbeiten, starb 1967 in Wien, wo er in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof beigesetzt ist.

G.W. Pabst wurde 1885 in Raudnitz in Böhmen (heute Tschechien) als Sohn eines Eisenbahnbeamten geboren. Er sollte Ingenieur werden, interessierte sich aber für das Theater und spielte seit 1906 in Europa und New York in über zweihundert Rollen und arbeitete als Regisseur. Im Ersten Weltkrieg von den Franzosen vier Jahre in Brest interniert, lernt er die französische Kultur kennen und organisierte eine Gefangenen-Bühne. Nach dem Krieg wandte er sein Interesse dem Film zu, lernte Regisseur Carl Froelich kennen und arbeitete als Regieassistent, bis er 1923 mit „Der Schatz“, einem Mittelaltermärchen um einen Glockengießer, selbst Regie führte.

Für „Die freudlose Gasse“ (1925) mit Asta Nielsen in der Hauptrolle, eine im Hurenmilieu Wiens spielende Fabel um Macht, Gier und Geld, entdeckte Pabst Greta Garbo und begründete den Stil des Neuen Realismus, der sich von den expressionistischen Dramen der Zeit abhob. Mit „Geheimnisse seiner Seele“ (1926) versuchte er, Freuds psychoanalytische Lehre mit Traumsequenzen umzusetzen. Für „Die Büchse der Pandora“ und „Tagebuch einer Verlorenen“ (1929) holte er die amerikanische Tänzerin und Schauspielerin Louise Brooks nach Berlin, die sich als ideale Darstellerin erotischer Verführerinnen erwies.

1930 wandte sich Pabst der Linken zu, wurde Vorsitzender der Dachorganisation der Fimschaffenden Deutschlands und begründete mit pazifistischen Filmen seinen Ruf als „roter Pabst“. „Westfront 1918“ wurde wie der zeitgleich entstandene „Im Westen nichts Neues“ heftig diskutiert, „Kameradschaft“ (1931), die packende Schilderung eines Grubenunfalls, setzte sich für die deutsch-französische Freundschaft ein. Der Aufsehen erregende Prozess, den Bertolt Brecht gegen Pabsts Verfilmung von „Die Dreigroschenoper“, die die Bühnenfassung politisch verschärfte, endete mit einem Vergleich.

In den 30er-Jahren arbeitete Pabst in französischen Ateliers, inszenierte den Fantasyfilm „Die Herrin von Atlantis“ (mit „Metropolis“-Star Brigitte Helm), ging für kurze Zeit in die USA, wo jedoch er mit den Produktionsmethoden nicht zu Recht kam, und kehrte nach Frankreich zurück, wo er Krimis und Spionagefilme („Le drame de Shanghai“) inszenierte. Vom Kriegsausbruch überrascht, blieb er in Nazi-Deutschland, inszenierte „Komödianten“ und den Arztfilm „Paracelsus“, nah an der offiziellen Ideologie. Pabsts Nachkriegsfilme „Der letzte Akt“ und „Es geschah am 20. Juli“ (mit Bernhard Wicki als Widerstandskämpfer Graf Stauffenberg) sind Versuche der Vergangenheitsbewältigung.

G.W. Pabst war seit 1924 mit Gertrude Hennings verheiratet, hat zwei Söhne.

G.W. Pabst erhielt 1932 den Preis des Völkerbunds für „Kameradschaft“ und wurde Mitglied der Ehrenlegion. In Venedig wurde er zwei Mal (1941 für „Komödianten“, 1948 für das Antisemitismusdrama „Der Prozess“) für die Beste Regie ausgezeichnet. 1948 erhielt er den Ehrenring der Stadt Wien, 1965 den Professorentitel.

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