Zum Ende liefen die 59. Filmfestspiele noch einmal zu Höchstform auf, mit gleich drei sensationellen Filmen. Die Jury um Wong Kar-Wai beeindruckte das nicht: Sie vergab Sonntagabend die Goldene Palme unerwartet an Ken Loachs „The Wind that shakes the Barley„, der den Wettbewerb gestartet hatte.

Auch in diesem Jahr eine perfekte Kulisse für die Filmfestspiele: die Croisette Bild: Kurt Krieger

Das Leben des Kritikers in Cannes ist geprägt von frühem Aufstehen (was nicht unbedingt seiner natürlichen Lebensweise entspricht), spätem Ins-Bett-Gehen und daraus resultierendem chronischem Schlafmangel. Da lässt die Konzentration nach am Ende eines Festivals des guten Durchschnitts, das zwar keine Totalflops lieferte, aber auch wenig Filme bot, die wirklich begeistern konnten.

Da war es gut, dass nach zehn Tagen und ca. 35 gesehenen Filmen, wenn sich selbst bei hartnäckigsten Kino-Euphorikern Ermüdungserscheinungen breit machen, zum Finale noch mal richtig Gas gegeben wurde. Wie der Surfer auf der Jagd nach DER Welle, sucht der Kritiker immer DEN Film, von dem man noch in Jahren reden wird.

Gérard Depardieu als verschrobener Sänger in "Quand j'étais chanteur" Bild: Festival de Cannes

Ein kleines Filmwunder

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Und so kehrten die Lebensgeister ganz schnell wieder zurück an die laue Croisette, als sich Freitagmorgen, nach Tagen mit sperriger Filmkost, plötzlich und unerwartet ein kleines Wunder auf der Leinwand entfaltete.

Die Frage, ob Gérard Depardieu nun ein wirklich guter Schauspieler ist, hatte schon vorher für Gesprächsstoff gesorgt. Nach Filmen wie „Ruby & Quentin - Der Killer und die Klette“ oder „Boudu“ schien seine beste Zeit hinter ihm zu liegen. Und dann nimmt er plötzlich die Leinwand im Sturm, als schon etwas abgehalfterter Music-Hall-Sänger.

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