Auch im vierten Jahr als Leiter der Berlinale gelingt es Dieter Kosslick und seinem Team, spannende Produktionen zu präsentieren. Darüber hinaus bringen Schauspieler und Regisseure von Rang und Namen Festivalstimmung nach Berlin.

Julia Jentsch als Widerstandskämpferin Sophie Scholl Bild: X Verleih (Warner)

Die Gästeliste der diesjährigen Berlinale kann sich sehen lassen. Dass Deutschlands Shooting-Star Julia Jentsch kommt, ist klar. Neben einheimischen Filmgrößen wie Benno Fürmann, Joachim Król und Jürgen Vogel werden zwischen dem 10. und 20. Februar aber auch jede Menge hochkarätiger internationaler Stars an der Spree erwartet:

Will Smith

In "Hitch - Der Date Doktor" ein Traumpaar: Will Smith und Eva Mendes Bild: Sony Pictures

Made in Germany

Die Gäste und Besucher der Berlinale 2005 können sich auf ein ganz besonderes Programm freuen. Mit Christian Petzold und Marc Rothemund präsentieren zwei der interessantesten deutschen Gegenwartsregisseure neue Filme im Wettbewerb der 55. Berlinale.

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Der Wahlberliner Petzold („Wolfsburg„) zeigt „Gespenster„, eine französisch-deutsche Koproduktion über eine Frau (Sabine Timoteo), die in einer jungen Streunerin (Julia Hummer) ihre als Kleinkind entführte Tochter wiederzuerkennen glaubt. Auch Benno Fürmann ist nach „Wolfsburg“ wieder mit von der Partie.

Berlin lässt grüßen: Sabine Timoteo und Julia Hummer in "Gespenster" Bild: Piffl

Filme mit Tiefgang

Der vielseitige, in München ansässige Marc Rothemund hat sich an das Thema der Weißen Rose gewagt. In „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ nähert er sich auf schnörkellose und dadurch eindringliche Weise der Widerstandskämpferin, die mit Julia Jentsch, der Revoluzzerin aus „Die fetten Jahre sind vorbei„, glänzend besetzt ist.

Dritter Deutscher im Wettbewerb ist der Berliner Filmhochschul-Absolvent Hannes Stöhr, der bereits vor vier Jahren mit „Berlin is in Germany“ das Publikum an der Spree begeisterte. Nun zeigt er seinen zweiten Spielfilm, den spanisch koproduzierten Episodenfilm „One Day in Europe„. Das Finale der Champions-League bildet den Hintergrund für vier Geschichten über Touristen, die in Moskau, Istanbul, Santiago de Compostela und Berlin in Diebstähle verwickelt werden.

"One Day in Europe": Fahrt mit Folgen für Florian Lukas und Erdal Yildiz Bild: Piffl

Von Hartz bis Herz

Auch Alfred Holighaus, der die Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ leitet, hat bereits erste Titel bekannt gegeben. Mit Robert ThalheimsNetto“ und Till EndemannsDas Lächeln der Tiefseefische“ präsentiert er gleich zwei Spielfilme, die die Beziehung zwischen Vater und Sohn in den Mittelpunkt stellen.

Außerdem im Programm der Nachwuchssektion sind Maximilian Erlenweins 30-Minüter „Blackout“ und die beiden Dokumentarfilme „Janine F.“ (Regie: Teresa Renn) und „Was lebst du?“ (Regie: Bettina Braun).

„Die Spannbreite der Themen und Typen in diesen Filmen reicht von Hartz bis Herz. Das, worum es geht, ist immer echt – egal, ob es sich um Geldsorgen handelt oder um Gefühlsausbrüche“, kommentierte Holighaus die diesjährige Auswahl.

Auch in der Dunkelheit gibt es Licht: "Das Lächeln der Tiefseefische" Bild: Zieglerfilm Köln

Re-Import aus Hollywood

Doch nicht nur mit Filmen, auch mit der Wahl des diesjährigen Präsidenten der Wettbewerbsjury setzt die Berlinale einen deutschen Akzent. Wenngleich der gebürtige Schwabe Roland Emmerich natürlich längst zu Hollywoods erster Garde gehört.

Der zu seinen Anfangszeiten in Deutschland gern als „das Spielbergle aus Schwaben“ titulierte Regisseur war mit seinem Hochschulabschlussfilm „Das Arche Noah-Prinzip“ vor 21 Jahren auf der Berlinale vertreten.

Kristin Scott Thomas als engagierte Forscherin in "Man to Man" Bild: Vertigo/Skyline Films

Jenseits von Afrika

Eröffnet wird die Berlinale mit der Weltpremiere des historischen Abenteuerfilms „Man to Man“ von Régis Wargnier („Indochine„).

Der französische Regisseur erzählt die Geschichte einer Gruppe von Anthropologen, die Ende des 19. Jahrhunderts auf eine Forschungsreise nach Afrika geben, auf der Suche nach dem Missing Link – der damals wissenschaftlich diskutierten Verbindung zwischen Mensch und Affe. Kristin Scott Thomas spielt nach Ralph Fiennes in „Der englische Patient“ diesmal an der Seite von dessen Bruder Joseph Fiennes.

"Die Tiefseetaucher": Bill Murray als moderner Käpt'n Ahab Bild: Buena Vista

Wundersame Unterwasserexpedition

Der US-Ausnahmeregisseur Wes Anderson kehrt nach „Die Royal Tenenbaums“ mit „Die Tiefseetaucher“ in den Berlinale-Wettbewerb zurück, in dem Bill Murray unter anderem Andersons Liebling Owen Wilson, sowie Cate Blanchett und Jeff Goldblum um sich schart.

Hochkarätig besetzt (Don Cheadle, Joaquin Phoenix, Jean Reno, Nick Nolte und Sophie Okonedo) ist auch das afrikanische Bürgerkriegsdrama „Hotel Rwanda“ von Terry George, das schon in mit dem Hauptpreis bedacht wurde und außer Wettbewerb läuft.

Hilfe für Tutsi-Flüchtlinge: Nick Nolte und Don Cheadle im Oscar-nominierten "Hotel Rwanda" Bild: Miracle Pictues/Seamus

Kastagnetten in Kapstadt

Afrika ist ebenfalls Thema in Mark Dornford-Mays „Carmen“-Adaption „U-Carmen e-Khayelitsha“ („Carmen in Khayelitsha“), der die Bizet-Oper in die südafrikanischen Townships verlegt.

Laut Dieter Kosslick ist der europäische Film 2005 stark vertreten, unter anderem mit dem Mitterand-Biopic „Le promeneur du Champ de Mars“ und neuen Filmen von André Téchiné („Les temps qui change„) und David Mackenzie, der nach „Young Adam“ nun das Liebesdrama „Asylum“ präsentiert.

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