Fritzi Haberlandt

Schauspieler • Sprecher
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Leben & Werk

Ihre natürliche Art zu spielen, das markante energische Kinn, das sie mit Barbara Sukowa gemein hat, und die verträumt wirkenden Augen machen Fritzi Haberlandt unverwechselbar, ob sie nun blond oder brünett im Film oder hauptsächlich auf der Bühne zu sehen ist. In „Kalt ist der Abendhauch“ spielte sie die frisch Verliebte mit dem falschen Partner als Ehemann und einer Leiche im Keller, in „Liegen lernen“ eine Studentin in einer WG, in „Erbsen auf halb 6“ die blinde Therapeutin, die mit einem ebenfalls blinden Mann quer durch Europa reist.

Fritzi Haberlandt wurde 1975 in Berlin geboren und absolvierte ihre Schauspielausbildung seit 1995 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Seit 1997/98 trat sie in verschiedenen Theaterinszenierungen auf und debütierte in Robert Wilsons „Saints and Singing“ auf der Bühne des Berliner Ensembles. Es folgten Stationen in New York, Stuttgart und Hannover, wo sie 2000 in drei Inszenierungen auftrat. Seit der Saison 2000/2001 ist sie festes Mitglied des Ensembles am Thalia Theater in Hamburg. Für ihre Rolle der Natascha in Maxim Gorkis „Nachtasyl“ wurde sie von der Zeitschrift „Theater heute“ zur besten Nachwuchsdarstellerin gekürt und im Dezember 2001 erhielt sie den Boy-Gobert-Preis für Nachwuchsschauspieler.

Im Film debütierte Haberlandt in Egon Günthers „Die Braut“ als Ernestine Vulpius, die Halbschwester von Goethes Geliebter Christiane Vulpius, die zur Vertrauten ihrer Schwester wird und in jungen Jahren stirbt. Ihre erste Hauptrolle folgte als Charlotte in Rainer Kaufmanns Ingrid-Noll-Verfilmung „Kalt ist der Abendhauch“, einer dramatischen Liebesgeschichte, in der sie als junges Mädchen in den 30er-Jahren den älteren Lehrer und Pedanten Bernhard heiratet, aber in den Schöngeist Hugo (August Diehl) verliebt ist. Als Bernhard 1945 aus dem Krieg heimkehrt und bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, hat Charlotte buchstäblich eine Leiche im Keller, verliert Hugo aus den Augen und begegnet ihm erst als Rentnerin (Gisela Trowe) wieder. In „Liegen lernen“ ist Haberlandt als Gisela die Studentin in Berlin, die - reichlich unerfahren im Umgang mit Männern - den bindungsunfähigen Helden Helmut in ihre WG aufnimmt und prompt an eine Mitbewohnerin verliert.

In Lars Büchels in der Tradition der Filme von Aki Kaurismäki und Emir Kusturica stehenden Tragikomödie „Erbsen auf halb 6“ trifft Haberlandt als von Geburt an blinde Therapeutin Lilly auf den durch einen Unfall blind gewordenen erfolgreichen Theaterregisseur Jakob, mit dem sie quer durch Europa reist. Die Reise, auf der sie sich verlieben, wird zu einer Reihe von Begegnungen mit skurrilen Menschen und Situationen und findet ihren Reiz in dem Umstand, dass sich Lilly und Walter die Welt um sich begreifbar machen, Sinneseindrücke beschreiben müssen.

2004 erhielt Haberlandt den deutschen Filmpreis in Gold für ihre Rolle der Gisela in „Liegen lernen“. Als Marion trifft sie in „Nichts als Gespenster“ nicht nur ihre fremd wirkenden Eltern, sondern auch einen mysteriösen Fremden. Erstmals in einen Kinderfilm war sie in „Hände weg von Mississippi“ als Alicia zu sehen. Detlev Bucks Film wurde 2007 mit dem deutschen Filmpreis als bester Kinder- und Jugendfilm ausgezeichnet. Neben August Diehl spielte sie in Andreas Kleinerts „Freischwimmer“ die Freundin eines Opfers. Der surrealistische und ungemütliche Thriller fand auf dem Filmfest in Venedig große Beachtung. Besondere Ausstrahlung besaß sie auch in „Ein spätes Mädchen“ von Hendrik Handloegten. Ihre Darstellung der Ballettlehrerin Henriette Sachs wirkt so eindringlich, dass Haberlandt mit dem Hessischen Filmpreis 2007 geehrt wurde.

Im Film wie im Theater fällt Haberlandt durch trockenen Humor, charmante Präsenz und eine lakonische Haltung auf, die das Leben nimmt, wie es kommt und das Beste daraus zu machen versucht.

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