Fritz Rasp

Schauspieler • Sprecher
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Leben & Werk

Er stahl Emil in der Eisenbahn das gesparte Geld, verriet Räuber Schinderhannes, verführte unschuldige Mädchen und war Bettlerkönig in der „Dreigroschenoper“. Kein deutscher Schauspieler hat so prägnante Schurken gespielt wie Fritz Rasp (1891-1976), der mit seiner hohen hageren Gestalt, dem kantigen Schädel und der auffallend langen Nase für unheimliche und düstere Bösewichter wie geschaffen war. In der Weimarer Republik galt er mit seinen eckigen Bewegungen als das „unheimliche Gespenst des deutschen Films“, eine Nosferatu-Figur mit sadistischen Neigungen und hypnotischer Wirkung. Nach dem Krieg gerieten Rasps Rollen zur Charge, bis er in Edgar-Wallace-Gruselkrimis in den 60er-Jahren wieder kongenial besetzt wurde.

Fritz Rasp wurde in Bayreuth als Sohn eines Bezirksgeometers geboren und erhielt seine Ausbildung an der Theaterschule Otto König in München. Seit 1909 auf der Bühne, war Rasp in kleineren Theatern wie Swinemünde so zu Hause wie seit 1919 in Berlin. Seit 1915 wurde er im Film eingesetzt („Schuhpalast Pinkus“) und begründete mit „Jugend“ 1922 seine eigentliche Filmkarriere, die von „Tagebuch einer Verlorenen“ bis zu „Emil und die Detektive“ und Werken von Fritz Lang („Spione“, „Die Frau im Mond„) die gesamte Epoche umfasst. Während der Nazi-Zeit vermied Rasp Kontakte zur deutschen Filmszene und wirkte in Österreich in Arbeiten der Wiener Filmproduktionen mit.

Nach dem Krieg fast vergessen, hielt sich Rasp mit Chargenrollen („Hokuspokus“) über Wasser, bis er in den Wallace-Krimis „Der rote Kreis„, „Die seltsame Gräfin“ und „Der Zinker“ wieder adäquate Rollen fand und an seine düster pathologischen Schurken von einst anknüpfte. In seinem letzten Film „Lina Braake“ (1974) rächt er sich als gewitzter Rentner Dr. h.c. Gustav Härtlein, ehemaliger Finanzberater und Bankrotteur, mit Partnerin Lina Carstens an der Bank, die sie ins Altersheim brachte.

Rasp wurde 1963 mit dem Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film ausgezeichnet. Er war zweimal verheiratet, lebte und starb in München. 1973 entstand die TV-Dokumentation „Erlebte Filmgeschichte - Fritz Rasp“.

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