Friedrich Wilhelm Murnau

Producer • Regisseur • Drehbuchautor
Friedrich Wilhelm Murnau Poster

Leben & Werk

Neben Fritz Lang gilt der in Bielefeld geborene Friedrich Wilhelm Murnau (eig. Plumpe; 1889 – 1931) als der wichtigste deutsche Stummfilmregisseur, der mit einem relativ kleinen Werk großen Einfluss auf die Filmgeschichte hatte. Murnau studierte Philosophie, Musik und Kunst und wurde Schauspieler bei Max Reinhardt, dessen Schauspielführung sich in Murnaus Filmen wiederfindet. 1919 debütierte er als Regisseur und hatte mit den Kameramännern Karl Freund und Fritz Arno Wagner sowie dem Drehbuchautor Carl Mayer Mitarbeiter, die wesentlich zur Qualität und technischen Innovation seiner Filme beitrugen, z.B. der sog. „entfesselten Kamera“ in „Der letzte Mann“ (1924), der Geschichte eines Hotelportiers, in der lange bewegliche Kamerafahrten das Geschehen suggestiv steigern. Murnau filmte den ersten bedeutenden Vampirfilm mit „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1921, Remake von Werner Herzog 1979), der sich eng an Bram Stokers „Dracula“- Vorlage anlehnt und von Stimmungen lebt, die sich von der herrschenden expressionistischen Tendenz abhoben und kongenial filmisch waren, was Murnaus eigentliche Bedeutung als fortschrittlicher Regisseur ausmacht. „Der letzte Mann“ etwa kommt mit einem einzigen Zwischentitel aus. Murnaus für den Produzenten Erich Pommer gedrehte Literaturverfilmungen „Faust“ (über den Eric Rohmer ein Buch schrieb) und „Tartüff“ wurden zwar kommerzielle Misserfolge, sind aber Klassiker des Weimarer Kinos. Sie öffneten Murnau den Weg nach Hollywood, wo seine Verfilmung von Hermann Sudermanns „Die Reise nach Tilsit“ als „Sunrise“ (1927) einen „Oscar“ für die künstlerische Qualität erhielt. Seine beiden nächsten Filme wurden ihm von den Produzenten aus der Hand genommen. Murnau fuhr nach Berlin, die Verhandlungen mit der Ufa blieben jedoch erfolglos. Mit dem Dokumentarfilmregisseur Robert Flaherty reiste er nach Tahiti, wo sie einen Film über die Inselbewohner planten, doch auf Grund unterschiedlicher Intentionen realisierte Murnau den Film allein mit eigenem Geld und verschuldete sich hoch. „Tabu“, eine paradiesische Liebesgeschichte mit phantastischen Landschaftsaufnahmen, brachte ihm einen Zehn-Jahres-Vertrag mit der Paramount ein. Eine Woche vor der Premiere von „Tabu“ starb Murnau an den Folgen eines Autounfalls. Der homosexuelle Regisseur gehörte der 1903 von Adolf Brand in Berlin gegründeten „Gemeinschaft der Eigenen“ an, ein Kreis, der sich von Dr. Magnus Hirschfelds „Wissenschaftlich-Humanitärem Komitee“ abgespalten hatte und die Errichtung einer männlichen Kultur anstrebte.

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