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Fridrik Thor Fridriksson

Schauspieler • Producer • Produzent • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Er sieht aus wie der blonde Recke Siegfried persönlich, hat als zweiten Vornamen den des Donnergottes Thor, ist neben Aki Kaurismäki der andere trinkfeste Regisseur Skandinaviens und inszeniert Filme über alle Aspekte des Lebens in Island: von sozialrealistischen Dramen über halbdokumentarische Episoden bis zu Historienfilmen und Arbeiten über die Mythen der Insel, die auch die Sängerin Björk hervorbrachte, deren Darstellerdebüt in Lars von Triers‘ „Dancer in the Dark“ er koproduzierte.

Fridrik Thor Fridriksson, der bedeutendste Filmautor des Landes, wurde 1954 in Reykjavik als Sohn eines Landwirts auf einem einsamen Hof im Westen der Insel geboren und verbrachte seine Schulzeit in der Hauptstadt, wo er mit einer 16-mm-Kamera zu experimentieren begann. Ende der 70er-Jahre schloss er sich einer Gruppe Künstler an, die eine kleine Galerie für Concept Art und Fluxus aufbauen wollte. Für seinen ersten Film warb er in Radiospots und erregte einen Skandal, als bei der Premiere, deren Karten außergewöhnlich teuer waren, der Film aus abgefilmten Buchseiten bestand, die in Flammen aufgehen. Danach musste er Reykjavik für einige Zeit verlassen.

Nach Dokumentarfilmen über die Musikszene der Insel wurde Fridriksson mit dem halbdokumentarischen „Weiße Wale“ bekannt, dem von Tierschützern vorgeworfen wurde, dass bei den Dreharbeiten Wale getötet wurden. Dies stellte sich als legitim heraus, da die Tiere für die Vermarktung regulär getötet und dabei gefilmt worden waren. Mit „Children of Nature“, in dem zwei alte Menschen aus dem Heim ausreißen und über die Insel reisen, wobei sie einem Engel (Bruno Ganz) begegnen, gelang Fridriksson der erste internationale Erfolg, Oscar-Nominierung eingeschlossen. In „Movie Days“ schildert er die Kinozeit der 50er-Jahre, eine Art nordisches „Cinema Paradiso„, in „Cold Fever“ reist ein Japaner zu den Vulkanen der Insel, in „Devil’s Island“ zeichnet Fridriksson das von Rock’n’Roll, Besäufnissen und Sex geprägte Dasein in den Wellblechhütten am Stadtrand von Reykjavik in den 50ern nach und montiert in das Sozialdrama jene magischen Naturaufnahmen und poetischen Begegnungen, für die er berühmt wurde. Sein Freund Einar Mar Gudmundsson lieferte mit dem Roman „Engel des Universums“ die Vorlage für den gleichnamigen Film, der vom jungen Maler und Drummer Paul erzählt, der in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird und dort Freundschaften schließt, bis die Situation eskaliert. Der 2000 in Karlovy Vary mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnete Film lotet den schmalen Grad zwischen Krankheit und Gesundheit in tragikomischer Weise aus.

Es folgte 2002 das Road Movie „Islandfalken„, in dem ein lebensmüder Amerikaner (Keith Carradine) nach Island reist, um sich das Leben zu nehmen. Dort begegnet er einer jungen Künstlerin, von der er sich seltsam angezogen fühlt. Zur Flucht gezwungen landen sie zusammen mit einem Falken in Hamburg. Produziert wurde „Islandfalken“ von Fridriksson eigener Firma Icelandic Films. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit arbeitete er in der 2004 entstandenen Dramödie „Niceland“ nicht am Drehbuch mit. Hier wird aus der Sicht eines geistig behinderten Paares von Liebe, Existenzangst und Sinnsuche erzählt. Drehbuchautor Huldar Breidfjörd erhielt dafür den Edda Award.

Alexander Bohr hat über den Isländer 1999 einen aufschlussreichen Dokumentarfilm gedreht: „Der Blick des Wikingers - Das magische Kino des Fridrik Thor Fridriksson“.

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