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Fredi Murer

Producer • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter • Kameramann
Bekannt aus:
  • Geboren: 01.01.1940 in Beckenried  Schweiz
  • Berufe: Producer, Regisseur, Drehbuchautor, Cutter, Kameramann

Leben & Werk

Schweizer Dokumentar-, Experimental- und Spielfilmregisseur, Drehbuchautor und Produzent. Multitalent mit einem außerordentlichen Blick für fotografische Aufnahmen und Komposition, hat der Schweizer Filmemacher Fredi M. Murer ein Werk geschaffen, einmalig in der spröden Schönheit der bewusst einfachen und unaufdringlich symbolischen Bilder. Wegen Finanzierungsschwierigkeiten hat Murer jeweils mehrere Jahre für die Realisierung seiner vier Spielfilme „Grauzone“, „Höhenfeuer„, „Vollmond“ und „Vitus“ gebraucht, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Der Titel seines Dokumentarfilms „Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind“ wurde zum geflügelten Wort.

Fredi M. Murer wurde 1940 in Beckenried im Kanton Uri in eine Familie mit sechs Kindern geboren und von der Welt der Urner Berge geprägt. Mit dreizehn Jahren sah er zum ersten Mal einen Spielfilm (Chaplins „The Kid“) und war davon so beeindruckt, dass er tagelang nicht zur Schule ging. Nach dem Abschluss absolvierte Murer eine Ausbildung an der Fachklasse für Fotografie an der Schule für Gestaltung in Zürich, arbeitete bei der EXPO Lausanne 1964 im Bereich Schulwesen und Erziehung mit, gab das Fotobuch „Jugend 13 - 20“ heraus und fertigte Cartoon-Bücher an. Seit 1967 ist er freischaffender Filmemacher und Produzent mit Sitz in Zürich.

Murers erster Film „Marcel“ (1962) schildert in 35 Minuten den Tag eines elfjährigen Jungen in der Bildsprache, die sein künftiges Werk prägte: ruhige lange Einstellungen, Sinn für natürliche Bildgestaltung und Konzentration auf das Wesentliche, in gewisser Weise Aki Kaurismäkis Arbeiten verwandt. Murers Kurzfilm „Chicoree“ gewann 1967 den Preis der Jury auf den Oberhausener Filmtagen. Mehrere seiner zwanzig Dokumentarfilme kamen durch Prämien des Eidgenössischen Filmfonds zustande. Mit „Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind“, Meisterwerk des ethnografischen Films, das 1974 den Preis der Fipresci in Locarno gewann, wurde Murer international bekannt. „Bergler“ berichtet vom Leben in der Abgeschiedenheit der Täler der Innerschweizer Berge und den Veränderungen und Gefahren, die den Bergbauern drohen, von Alpenwirtschaft und Verkarstung, eine frühe ökologische Warnung.

Murers erster Spielfilm „Grauzone“ (1978, Filmpreis der Stadt Zürich) erzählt am Beispiel der Geschichte des Abhörspezialisten eines großen Unternehmens und seiner ihm untreuen Frau von der Grauzone des Verstummens und der Anpassung in der Gegenwart. Murer nimmt die Themen Vereinsamung und Isolation wieder auf in seinem bekanntesten Film „Höhenfeuer“ (1984). Das Familiendrama über untergründige Spannungen in einer Familie, die auf einem abgelegenen Bergbauernhof lebt, hat die dramatische Intensität einer griechischen Tragödie, einer Sage und eines Mythos, wenn die Mutter ihre Kinder, die sich inzestuös zugetan sind, um jeden Preis vor dem Zorn eines gnadenlosen Vaters retten will. „Höhenfeuer“, der den Goldenen Leoparden in Locarno 1985, den Hugo Award in Chicago und den Großen Preis von Figueira da Foz gewann, ist eines der Meisterwerke des Schweizer Films überhaupt.

„Vollmond“ (Grand Prix Montreal 1998) erzählt vom Exodus von zwölf Kindern aus gestörten Kinder-Eltern-Beziehungen als Milleniumsversion der Geschichte vom Rattenfänger. Das Thema der Verweigerung von Kindern, die ein eigenes Leben führen wollen, nimmt er am Beispiel eines Wunderkindes in „Vitus“ (Bronzener Bär Berlin Spezial 2006) wieder auf: Vitus entscheidet sich mit zwölf Jahren durch einen Fall aus dem Fenster, die Karriere als Konzertpianist zugunsten des Lebens mit seinem kauzigen Großvater (Bruno Ganz) und beider Traum vom Fliegen und „kleinen Fluchten“ aufzugeben.

Murer war von 1992 bis 1996 Präsident des Verbandes Schweizerischer Filmgestalterinnen und Filmgestalter. 2005 erhielt er den Jahrespreis der Stiftung für abendländische Ethik und Kultur Zürich.

Filme und Serien

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