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Leben & Werk

Ende der 50er-Jahre wurde in den Medien viel Seemannsgarn gesponnen. Zumindest, wenn es um den damaligen Superstar der Deutschen ging, um Manfred „Freddie“ Quinn. So ranken sich viele Legenden um Herkunft und Leben des gebürtigen Österreichers und späteren Wahl-Hamburgers. Aber so viel ist sicher: Der Sänger, Film- und Theaterschauspieler, Akrobat und Entertainer feierte am 27. September 2006 seinen 75. Geburtstag.

Es ist im Herbst 2006 genau ein halbes Jahrhundert her, dass Freddy Quinns Steilflug im Musikbusiness begann, und zwar vollkommen unverhofft. Entdeckt vom NWDR-Journalisten und späteren Filmregisseur Jürgen Roland in Hamburgs Amüsierviertel St. Pauli, sprach der Newcomer mit dem traurig melancholischen Blick 1956 offenbar der Generation Wirtschaftswunder aus dem Herzen, als er vom „brennend heißen Wüstensand“ und seiner Sehnsucht nach einem Zuhause sang: Sein erster Millionenseller, „Heimweh„, war eine Coverversion von Dean Martins „Memories Are Made Of This“, die Ernst Bader und Dieter Rasch eingedeutscht hatten. Ursprünglich hatte Polydor „Heimatlos“ nur als Single-B-Seite veröffentlicht. Das Label hatte zunächst verkannt, dass es zwar wirtschaftlich wieder bergauf ging in Deutschland, dass aber doch viele Menschen am Krieg und seinen Folgen innerlich zerbrochen und nun auf der Suche nach neuem Lebensglück waren – genau wie der smarte Sänger mit der warmen Baritonstimme.

Quinn traf den Nerv der Zeit. Nach „Rosalie“, geschrieben von Lothar Olias und Peter Moesser, landete der damals 25-Jährige mit „Heimatlos“ (1957) dann schon den dritten von letztlich zehn Nummer-eins-Hits seiner Laufbahn, darunter „Unter fremden Sternen“ (1959), „Junge, komm bald wieder“ (1962) sowie „Hundert Mann und ein Befehl“ (1966). Insgesamt bescherte der Österreicher dem Haus Deutsche Grammophon/Polydor allein 47 in den Charts notierte Singles und diverse Albumdauerbrenner. Kaum minder erfolgreich war der zigfache Plattenmillionär in 13 Filmen, die zumeist wie Musikvideos in Spielfilmlänge daherkamen, oft seinen Vornamen im Titel trugen und fast ausnahmslos Garanten für klingelnde Kinokassen waren. „Freddy, die Gitarre und das Meer“ (1959) hieß der erste Kinofilm, „Freddy, Tiere, Sensationen“ (1964) ein anderer, und Schauspielgrößen wie Beppo Brem, Wolfgang Gruner oder Rudolf Platte waren gern mit von der Partie. Für die Verfilmung des Musicals „Heimweh nach St. Pauli“ (1963) holte Quinn sogar das US-Busenwunder Jayne Mansfield aus Hollywood.

Trotz aufkommender musikalischer Konkurrenz aus Großbritannien blieb der Frauenschwarm Freddy Quinn in den 60er-Jahren eine Art Robbie Williams seiner Zeit. Man dankte dem volksnahen Star unter anderem mit Goldenen und Platin-Schallplatten, RTL-Löwen, „Bravo“-Ottos, Bambis, dem Bundesverdienstkreuz (1984), der Biermann-Ratjen-Medaille der Stadt Hamburg (1996) und dem Paul-Lincke-Ring (1997) für seine Verdienste in der deutschen Unterhaltungsbranche. Allerdings war es nach dem Bruch mit seinem Song- und Filmrollenlieferanten Lothar Olias (1913 bis 1990) ruhiger um Freddy Quinn geworden. Vielleicht hatte Olias das Matrosen- und Vagabunden-Image seines Schützlings am

Ende tatsächlich ein wenig überstrapaziert. Quinn wollte sich davon befreien, doch seine diesbezüglichen Versuche scheiterten. Als er Ende der Sechziger gegen die APO-Jugend hetzte („Gammler“), machte er sich wenig Freunde. Als vermeintlicher „Junge von St. Pauli“ ist Freddy Quinn aber unvergessen geblieben. Das ARD-Publikum wählte sogar 2003 seine Seefahrerballade „La Paloma“ (aus dem Film „Freddy und das Meer“, 1961) per TED zum größten Hit des 20. Jahrhunderts. Und erst im vergangenen Jahr verabschiedete sich der „Matrose“ wider Willen mit einer „Memories-Tournee“ von der Bühne.

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