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Leben & Werk

Deutscher Dramatiker, Schriftsteller und Schauspieler. Franz Xaver Kroetz gehörte mit Stücken wie „Wildwechsel“ zu den meistgespielten deutschen Theaterautoren der 70er-Jahre. 1986 schrieb er in Helmut Dietls genialer Satire, der sechsteiligen TV-Serie „Kir Royal„, Fernsehgeschichte und wurde in der Hauptrolle des Münchner Klatschreporters Baby Schimmerlos unsterblich. Danach spielte der für seinen Jähzorn bekannte und mit blondem Schnauzer unverkennbare Kroetz in Fernsehfilmen, zog sich zeitweilig vom Theater zurück, veröffentlichte einen Gedichtband, schrieb wieder Theaterstücke, von denen mehrere unaufgeführt blieben, ging auf Reisen und erlebte 2006 ein erfolgreiches Comeback mit dem schön schnoddrigen Erzählungsband „Blut und Bier – 15 ungewaschene Stories“. 2008 spielte er in Joseph Vislmaiers Verfilmung des bayerischen Volksstücks „Die Geschichte vom Brandner Kasper“ die Titelrolle des Büchsenmachers, der den Tod (Michael „Bully“ Herbig“) überlistet.

Franx Xaver Kroetz wurde 1946 in München als Sohn eines bayerischen Steueramtmanns geboren, wuchs im niederbayerischen Simbach auf, verlies mit 15 Jahren das Wirtschaftsgymnasium, besuchte eine private Schauspielschule in München, brach die Ausbildung ab und zog 1962 aus dem Haus der katholischen Mutter aus, um nach Wien zu gehen. Er bestand die Aufnahmeprüfungen des Max-Reinhardt-Seminars, übersprang zwei Semester, verlies das Seminar nach weiteren zwei Semestern. Zurück in Bayern, versuchte er sich als Schauspieler und Spielleiter. Kroetz arbeitete am Volkstheater Gmünd, an Rainer Werner Fassbinders „antitheater“ und der Tegernseer Ludwig-Thoma-Bühne, wo 1969 sein Schwank „Hilfe, ich werde geheiratet“ uraufgeführt wurde. Nach kurzer Zeit in Darmstadt wurde Kroetz Hausautor der Städtischen Bühnen Heidelberg.

Mit Martin Sperr („Jagdszenen aus Niederbayern„) gehört Kroetz zu den Autoren, die das politische Volkstheater jener Jahre begründeten. „Heimatarbeit“, „Hartnäckig“, „Das Nest“, „Stallerhof“ und das von Fassbinder mit Eva Mattes verfilmte Stück „Wildwechsel“ (1971) beschrieben mit nüchternem Realismus Lebensverhältnisse der sozial Schwachen, Handwerker, Bauern und Arbeitslosen. Kroetz war zeitweilig der meistgespielte deutschsprachige Dramatiker nach Brecht, seine Einakter und Stücke wurden in 28 Sprachen übersetzt und in 40 Ländern aufgeführt. 1982 schrieb er den Roman „Der Mondscheinknecht“. 1985 gab er mit „Bauern sterben“ sein bisheriges Theater auf. Von 1971-1980 gehörte Kroetz der DKP an, arbeitete nach dem Erfolg von „Kir Royal“ als Kolumnist für den einst von ihm bekämpften Springer-Verlag („BILD“, „Die Welt“).

Kroetz war in Adolf Winkelmanns Thriller „Der Leibwächter“ (TV 1989) in der Titelrolle, als Bauer an der Seite von Hanna Schygulla in „Madame Bäuerin“ (1993) und als Pater Joachim Haspinger zu sehen, der in Xaver Schwarzenbergers „Andreas Hofer“ (2001) den Freiheitskampf der Tiroler gegen Napoleon anführt.

Kroetz wurde für sein dramatisches Werk unter anderem mit dem Deutschen Kritikerpreis (1972), dem Bertolt-Brecht-Literaturpreis (1995) und dem Marieluise-Fleißer-Preis (2007) ausgezeichnet. Für „Kir Royal“ wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis geehrt. 2005 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Kroetz war von 1992-2005 mit Marie-Theres Relin, Tochter von Maria Schell, verheiratet. Das Paar hat drei Kinder. Er lebt im Haus der gestorbenen Mutter in München-Obermenzig. Der Pfeifenraucher des Jahres 1999 war mehrfach bei „Wetten, dass…?“ zu Gast, zuletzt am 4. Oktober 2008.

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