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Leben & Werk

Mit seinen Generationskollegen Horst Wendlandt, Luggi Waldleitner und Arthur Brauner bildete Franz Seitz (1921-2006) das Quartett der erfolgreichsten und einflussreichsten deutschen Produzenten der Nachkriegszeit. Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, Darsteller, Herstellungs- und Produktionsleiter, stammte Seitz aus einer Filmfamilie und war, obwohl scherzhaft „Buba“ genannt, der Gentleman des Quartetts, ein formvollendeter, gebildeter und diskret höflicher Herr, der tiefsinnig und charmant über Kunst und Kultur plaudern konnte. Seitz‘ eigene Filme gehören zum Kanon gehobener Unterhaltung, lange vor Reich-Ranicki machte er den Namen Thomas Mann zu einem Begriff, populäre Unterhaltungsfilme wie die Heimatfilme der 50er-Jahre und die „Lümmel“-Reihe ergänzten sein Engagement für die Jungfilmer der 60er-Jahre, denen er den Start ermöglichte, so Volker Schlöndorff mit „Der junge Törless„.

Franz Seitz wurde 1921 in München als Sohn des Regisseurs Franz Seitz (1888-1952) und der Schauspielerin Anni Terofal geboren. Sein Pseudonym als Drehbuchautor (Georg Laforet) geht als Anagram von Terofal auf eine Linie französischer Adeliger zurück. Nach dem Abitur am Neuen Realgymnasium in München leistete Seitz von 1940-1945 Kriegsdienst als Oberleutnant und Batterieführer bei der 337. Infanterie-Division. An der Ostfront wird er 1943 schwer verwundet und nutzt den Heimaturlaub für ein Medizinstudium. Nach dem Krieg lebt Seitz einige Jahre als Kunstmaler.

Am Ende seiner Wanderjahre schließlich übernimmt er 1949 das familiäre Filmerbe, volontiert als Ausstatter bei Richard Eichberg („Die Reise nach Marrakesch“) und gründet 1951 mit Partner Jochen Glenzow die Allegro-Film. Seitdem gehört er zu den fleißigsten deutschen Produzenten, gründet 1954 die Ariston-Film GmbH und 1956 die Franz Seitz Filmproduktion in München, die mit Heimatfilmen (Harald Reinls „Die Zwillinge vom Zillertal“, „Mein Schatz ist aus Tirol“), Kriegsfilmen (Reinls „Die grünen Teufel von Monte Cassino“) und der um Pennälerstreiche kreisenden „Lümmel“-Reihe (1968-1972) mit Hansi Kraus reüssiert. Seitz wirkt als Produzent an den Arbeiten des Jungen Deutschen Films mit, unterstützt Jean-Marie Straub („Chronik der Anna Magdalena Bach“) und Maximilian Schell („Erste Liebe“) und ist am Welterfolg der mit dem Oscar gekrönten Literaturverfilmung „Die Blechtrommel“ (nach Günter Grass, Regie: Volker Schlöndorff) beteiligt.

Seitz‘ Interesse gehört Literaturverfilmungen der satirischen (Dürrenmatts „Grieche sucht Griechin“), volkstümlichen (Ludwig Thomas „Lausbubengeschichten“) und gehobenen bürgerlichen Literatur wie Thomas Mann, dem er über die Jahrzehnte verbunden bleibt. So produziert er „Wälsungenblut“ und „Tonio Kröger“ (beide Rolf Thiele), „Der Zauberberg“ (1983, Bayerischer Filmpreis) und führt bei „Unordnung und frühes Leid“ 1977 und „Doktor Faustus“ 1981 Regie. Als Autor und Regisseur tritt Seitz 1954 in die Fußstapfen seines Vaters (die Namensgleichheit sorgt gelegentlich für Verwirrung, so produziert der Sohn etwa 1951 „Der letzte Schuß“, bei dem der Vater Regie führt) mit der Komödie „Ein Mädchen aus Paris“ (1954; eine französische Studentin in München).

1996 kommt es anlässlich der DIVA-Awards des Entertainment Media Verlags in München zum letzten gemeinsamen Gipfeltreffen der legendären Produzenten Seitz, Wendlandt, Brauner und Waldleitner, die unter Standing Ovations mit dem Lifetime Achievement Award bedacht werden.

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