Leben & Werk

Franco Zeffirelli sorgte 1967 für eine Sensation in der Filmwelt, als er für die Shakespeare-Verfilmung „Romeo und Julia“, für die er eine Oscar-Nominierung für die beste Regie erhielt, Schauspieler engagierte, die genau so jung waren wie das Liebespaar: die 16-jährigen Olivia Hussey und Leonard Whiting. Ironischerweise machte jedoch der ebenso junge Darsteller des Mercutio, Michael York, die größere Filmkarriere. Zeffirelli sorgte für einen kleinen Shakespeare-Boom, wie ihn zwanzig Jahre später Kenneth Branagh mit seinen Filmen erneut auslösen sollte. Schon Zeffirellis erste Filmregie hatte Shakespeare gegolten: Mit dem damals berühmtesten Ehepaar der Welt, Elizabeth Taylor und Richard Burton, inszenierte er 1966 „Der Widerspenstigen Zähmung“, wie „Romeo und Julia“ vital und in üppigen Dekors gedreht. Fast 25 Jahre später inszenierte er mit Mel Gibson als „Hamlet“ eine starbesetzte Version des Dramas (Glenn Close, Alan Bates, Helena Bonham-Carter). Dennoch ist der 1923 in Florenz geborene Franco Zeffirelli kein auf Shakespeare abonnierter Regisseur. Vielmehr ist er im Lauf seiner Karriere vor allem durch Opern- und Theaterinszenierungen bekannt geworden, die sich in Geschmack, Ausstattung und Kostümierung teils an seinem Vorbild Luchino Visconti, dessen Geliebter er zeitweise war, orientieren. Zeffirelli war Regieassistent bei Viscontis Filmen „Die Erde bebt“ (gedreht auf Sizilien), „Bellissima“ (in Cinecittà) und „Senso“ (in Mailand und Norditalien). Außer durch die drei Shakespeare-Verfilmungen war Zeffirelli durch den hochkarätig besetzten TV-Sechsteiler „Jesus von Nazareth“ (1976) in aller Munde, der wie alle seine Filme in ausgesuchter Schönheit schwelgt. Zeffirelli legte Opern-Verfilmungen („La Traviata“, mit Teresa Stratas „Otello“, mit Placido Domingo) vor und gönnte sich die Kuriosität, in der Verfilmung „Young Toscanini“ (über die Lehrjahre des Dirigenten Arturo Toscanini) Elizabeth Taylor als Opernsängerin auftreten zu lassen. In Hollywood inszenierte er die junge Brooke Shields in „Endless Love“ (in dem auch Tom Cruise debütierte). Seine „Jane Eyre“-Version mit Charlotte Gainsbourg und William Hurt ist ebenso gediegenes Star- und Literaturkino, wie seine nostalgisch angehauchte Verfilmung der ersten vier Kapitel seiner eigenen Autobiografie als „Tee mit Mussolini„, die ein Kapitel aus dem Florenz der 30er-Jahre erzählt, als der faschistische Diktator eine Gruppe von Engländerinnen (u.a. Joan Plowright, Judi Dench, Maggie Smith und Cher als Amerikanerin in der Gruppe) internieren ließ und die Frauen einen jungen Italiener bei sich versteckten. In fünf Filmen Zeffirellis führte der Engländer David Watkin (Oscar für „Jenseits von Afrika„) die Kamera.

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