Leben & Werk

Einer der großen Komödienspezialisten des französischen Kinos ist der Drehbuchautor und Regisseur Francis Veber. Er gehört zu den wenigen Autoren, die auch die US-Remakes von bislang zwei („Das Bankentrio“ und „Dinner für Spinner“) ihrer Erfolgskomödien selbst inszenierten: „Ich habe mich eigentlich nie als waschechten Franzosen gesehen. Ich hielt mich eher für einen Kosmopoliten. Aber irgendwann musste ich wohl einsehen, dass da irgendwo in mir ein ziemlich dominantes französisches Chromosom vorhanden ist. So lebe ich nun in Amerika und produziere unverwechselbar französischen Humor.“ Dieser ist bittersüß und weniger eindimensional als der der meisten Filme.

Veber ist Meister in der Kunst der gezielten Verblüffung des Zuschauers, der den Weg einer scheinbar vertrauten Filmhandlung zu kennen glaubt und dann durch eine plötzliche Wendung auf einen völlig anderen Weg geführt wird. So beginnt „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ (Regie: Yves Robert), der Pierre Richard zum Star machte, als Spionagekomödie, wechselt zur Groteske und endet in einer raffinierten Kriminalkomödie. Mit seinen Lieblingsdarstellern Pierre Richard und Gérard Depardieu drehte Veber in den 1980ern drei Erfolge hintereinander: In „Ein Tolpatsch kommt selten allein“ sucht Detektiv Depardieu mit dem unter Gedächtnisverlust leidenden Richard nach einer entführten Frau, in „Zwei irre Spaßvögel“ forschen Depardieu und Richard auf Wunsch ihrer ehemaligen gemeinsamen Geliebten nach dem Sohn, von dem jeder annimmt, er wäre sein Kind, und in „Zwei irre Typen auf der Flucht“ (im US-Remake mit Nick Nolte und Martin Short) zwingt der arbeitslose Richard den haftentlassenen Gauner Depardieu bei einem absurden Banküberfall zur unfreiwilligen Teilnahme und Flucht vor der Polizei.

Die Konstellation ungleicher Paare erprobte Veber weiterhin in „Das Spielzeug“ mit der Kombination eines verwöhnten reichen Jungens und dessen erwachsenen Erziehers. In seinem Sensationserfolg „Ein Mann sieht rosa“ (6 Millionen Zuschauer in Frankreich) steigt ein kleiner Buchhalter (Daniel Auteuil) durch eine lancierte Denunziation, er sei schwul, zum attraktiven Betriebsmitglied auf und wird bester Freund des früheren Schwulenhassers und Coach der Rugbymannschaft (Depardieu). In der Komödie „Dinner für Spinner“ (César für Drehbuch, Haupt- und Nebendarsteller), einer der für Veber typischen intelligenten Salonkomödien, wird ein reicher Verleger (Thierry Lhermitte) durch einen jener titelgebenden „Spinner“ (Jacques Villeret), auf deren Kosten sich seine Tafelrunde übersättigter Unternehmer amüsiert, aus seiner Lebensbahn geworfen. Für das US-Remake konnte der Franzose Kevin Kline verpflichten.

Vebers Dialogkunst zeigte sich auch in der Arbeit für andere Regisseure: Unter anderem in der Killerkomödie „Die Filzlaus“ (mit Lino Ventura und Jacques Brel), in „Daddy Cool - Mein Vater, der Held“ (mit Depardieu im Vater-Tochter-Clinch) und in der 007- Spionageparodie „Le Magnifique“ (Regie: Phillippe de Broca) mit Jean-Paul Belmondo und Jacqueline Bisset, die an Wort- und Bild-Witz, Originalität, Tempo und Einfallsreichtum sämtliche „Austin Powers„-Folgen spielend übertrifft.

2004 erschien in der Komödie „Ruby & Quentin - Der Killer und die Klette“ ein neuer Filmpartner für Depardieu. Der international erfolgreiche Jean Reno wurde für die Rolle des stoischen Killers Ruby unter Vertrag genommen. 2006 folgte die Komödie „La Doublure“ mit Daniel Auteuil und Kristin Scott Thomas und zwei Jahre später „L’Emmerdeur“, eine Adaption der 1973 von Edouard Molinaro nach seinem Drehbuch inszenierten Komödie um ein ungleiches Männerpaar. Die Hauptrollen wurden mit Richard Berry und Patrick Timsit besetzt.

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