Alle Bilder und Videos zu François Truffaut

Leben & Werk

Mit Claude Chabrol, Jean-Luc Godard, Jacques Rivette und Eric Rohmer ist er einer der Begründer der „Nouvelle Vague“ des französischen Films, die sich Ende der 50er Jahre gegen die als „Tradition der Qualität“ verschrieenen Werke der Vätergeneration wandte und mit dem Anspruch antrat, als Autoren-Regisseure persönliche und – durch gelockerte Produktionsmethoden – freiere Filme zu schaffen. Die Bewegung hatte einige Jahre Erfolg, bis sich spätestens Mitte der 60er Jahre fast alle, einschließlich Truffaut, wieder dem herkömmlichen Filmbetrieb zuwandten oder zuwenden mussten. Francois Truffaut (1932 – 1984) wuchs bei einer Amme auf, lebte in einem Erziehungsheim und wurde durch die Fürsprache seines Mentors, des einflussreichen Filmkritikers und Gründers der „Cahiers du Cinéma“, André Bazin, entlassen, arbeitete als Filmkritiker, Journalist und Fotograf und wurde als wehrdienstuntauglich aus dem Militärdienst entlassen. Truffauts polemische (und retrospektiv tendenziös ungerechte) Artikel in den „Cahiers du Cinéma“ bereiteten das Klima für die „Nouvelle Vague“ vor. Nach Kurzfilmen und Zusammenarbeit mit Roberto Rossellini gründete Truffaut 1957 die „Films du Carosse“ (eine Anspielung auf „Die goldene Karosse“ des verehrten Jean Renoir, den die jungen Wilden als einzigen gelten ließen), die fast alle seine Filme (co)produzierte. Sein Debütfilm „Sie küssten und sie schlugen ihn“ reflektiert seine eigene Kindheit und wurde der erste große kommerzielle Erfolg der neuen Bewegung. Das Schicksal des Helden Antoine Doinel, stets von Truffauts alter ego Jean-Pierre Léaud verkörpert, verfolgte Truffaut bis 1978 in vier weiteren Filmen. Truffaut thematisierte in seinem Werk die Beziehungen zwischen Leben, Liebe und Kunst, die Tragikomödie des Seins, die Liebe zum Theater, zum Film, zur Literatur, zu unangepassten Jugendlichen („Der Wolfsjunge“), zu obsessiv Liebenden (Isabelle Adjani in „Die Geschichte der Adèle H.“) und zum Film noir, dem er mit „Die Braut trug schwarz“ (mit Jeanne Moreau) und „Das Geheimnis der falschen Braut“ (mit Catherine Deneuve und Jean-Paul Belmondo) Tribut zollte. Als sein Hauptwerk gilt „Jules und Jim“, die freie und filmisch hymnisch gefeierte Liebe zu dritt von Jeanne Moreau zu zwei Bohémiens des fin de siècle. Seine Ehebruchgeschichte „Die süße Haut“ wurde künstlerisch und finanziell ein Fiasko, auch der Science-Fiction-Film „Fahrenheit 451“ erfüllte nicht die Erwartungen. Mit „Die letzte Metro“ hingegen, der das Schicksal eines Pariser Theaters und seiner Mitarbeiter während der deutschen Besatzung erzählt, konnte Truffaut seinen größten Erfolg überhaupt feiern. Seine beiden letzten Filme („Die Frau nebenan“ und „Auf Liebe und Tod“) sind Liebeserklärungen an die Schauspielerin und Lebensgefährtin Fanny Ardant, die letzte seiner zahlreichen Geliebten und Mutter seiner Tochter Joséphine. Truffaut starb 1984 mit nur 52 Jahren an einem Gehirntumor. Sein letztes Projekt „Die kleine Diebin“ wurde von Claude Miller realisiert.

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