Leben & Werk

Einer der größten Regisseure der internationalen Filmgeschichte, schuf der Italiener Federico Fellini (1920 - 1993) ein einmaliges, unverwechselbares und von Bildeinfällen überbordendes Gesamtwerk, das den Begriff „fellinesk“ für groteske Gestalten in zirkusartigen Umwelten, großbusige und voluminöse Frauen, reichhaltige Traumwelten und phantasieartige Bilderbögen mit skurril-kuriosen Situationen in die Sprache einführte. Fellini begann als Karikaturist, Gagschreiber, Begleiter eines Wanderzirkus, Darsteller, Regieassistent und Drehbuchautor für Roberto Rossellini („Rom, offene Stadt„) und andere Regisseure des Neorealismus, bevor er 1950 mit „Lichter des Varieté“ in Co-Regie mit Alberto Lattuada seinen ersten Spielfilm (über eine Gruppe von Wanderschauspielern) inszenierte. Der Satire „Der weiße Scheich“ (über die populären Foto-Romane) und der Studie gelangweilter, zielloser Heranwachsender in „I Vitelloni“ folgte der Durchbruch mit „La strada“ (1954), in dem der reisende Artist Zampano (Anthony Quinn) die naiv-beschränkte, gutherzige Gelsomina (Giulietta Masina, Fellinis Ehefrau von 1943 bis zu seinem Tode) kauft und mit ihr über Land fährt, bis er die von ihm verachtete treue Seele verlässt. „La strada“ wurde ein Welterfolg und mit dem „Oscar“ als bester ausländischer Film ausgezeichnet. Nach dem Gaunerdrama „Il bidone“ und der Prostituiertengeschichte „Die Nächte der Cabiria“ (der zweite „Oscar“) drehte Fellini das gigantische Gesellschaftspanorama „La dolce vita - Das süße Leben“. Mit Marcello Mastroianni in der Hauptrolle (der in weiteren vier Filmen das alter ego des Regisseurs werden sollte), wurde „La dolce vita“ schon während der Produktion vom Presserummel begleitet; der Film verursachte einen Skandal und erhielt in Cannes die Goldene Palme, der Titelbegriff sowie der Reportertyp des „paparazzo“ wurden zum Allgemeinbegriff. Mit dem filmsprachlich innovativen Meisterwerk „8 1/2“, der die Krise eines Regisseurs (Mastroianni) inmitten von Visionen, Erinnerungen und Assoziationen erzählt, wurden Fellinis Filme immer persönlicher, brechen mit dem traditionellen Erzählkino und gehorchen nur noch Fellinis Phantasie, der sich inmitten seiner Geschöpfe und seines Kosmos mit einer Freiheit bewegt, die kein anderer Regisseur je erreichte. „Julia und die Geister„, „Satyricon“ und das Städteporträt „Roma“ wurden keine Erfolge mehr wie die vorherigen Filme des Regisseurs, der mit seinen Erinnerungen an seine Geburtsstadt Rimini zur Zeit des Faschismus in „Amarcord“ den dritten Auslands-„Oscar“ erhielt. Mit „Casanova“ betrieb Fellini eine spektakuläre Demontage des Frauenhelden (von Donald Sutherland maskenhaft verkörpert), mit „Stadt der Frauen“ zog er sich den Zorn der damaligen Feministinnen zu, mit „Fellinis Schiff der Träume“ imaginierte er in einem „Traumbild“ den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, mit „Ginger und Fred“ (Mastroianni und Masina) huldigte er alten Varieté-Künstlern und kritisierte das Medium Fernsehen, was er in „Intervista„, einer Reflektion über das Kino, fortsetzte. Sein letzter Film „Die Stimme des Mondes“ (mit Roberto Benigni) brachte noch einmal alle seine Themen zusammen. Fellini erhielt 1992 den Ehren-„Oscar“ für sein Lebenswerk und starb ein Jahr später. Seine Frau Giulietta starb fünf Monate nach ihm.

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