Nachdem die Echoverleihung in diesem Jahr für massive Proteste gesorgt hat, wird der Preis nun komplett eingestellt. Der Vorstand des Bundesverbandes Musikindustrie hat sich während einer außerordentlichen Sitzung in Berlin auf diesen Schritt verständigt.

Am 12. April 2018 wurde in Berlin wie jedes Jahr der „Echo“ verliehen, Deutschlands wichtigster und vermeintlich renommiertester Musikpreis. Unter den Gewinnern des Abends befanden sich auch die Rapper Kollegah und Farid Bang. Sie erhielten den Preis in der Kategorie Hip-Hop/Urban National und durften während der Show live auftreten. Schon im Vorfeld sorgte ihr Lied  „0815“ für Ablehnung, da es unter anderem folgende Textzeile enthält: „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“.

Campino, seines Zeichens Frontman der Alt-Punker „Die Toten Hosen“, bezog auf der Bühne klar Stellung und sprach sich gegen jegliche Form von Antisemitismus aus. Zugleich mahnte er eine Debatte über die Grenzen der künstlerischen Freiheit an. Im Anschluss an die Verleihung meldeten sich weitere Musiker zu Wort und verurteilten die Texte der ausgezeichneten Rapper scharf. Marius Müller Westernhagen und Klaus Voormann kündigten an, ihre Preise aus Protest zurückzugeben. Jetzt hat der Bundesverband Musikindustrie reagiert und in einem Statement verkündet, den Preis in seiner jetzigen Form abzuschaffen. In Zukunft werde es einen neuen Musikpreis in Deutschland geben, wie dieser genau aussieht, wird aktuell noch diskutiert.

Man wolle „keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird. Das um den diesjährigen ECHO herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole„, so ein Auszug des Statements auf der offiziellen Internetpräsenz des Musikpreises.

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Beide Rapper und BMG-Chef mittlerweile wegen Volksverhetzung angezeigt

Wie die Kollegen von WDR1 berichten, wurde gegen Kollegah und Farid Bang sowie gegen den Chef der Bertelsmann-Tochter BMG, Hartwig Masuch, Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Momentan beschäftigt sich der Staatsschutz in Bielefeld mit der Angelegenheit. Das Musiklabel BMG hatte bislang die Musik von Kollegah und Farid Bang herausgebracht.

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