Fabrice Luchini

Schauspieler
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Leben & Werk

Französischer Schauspieler. Er gehört zu den zehn höchstbezahlten französischen Filmschauspielern und hat zwanzig Jahre gebraucht, um diesen Status zu erreichen. Von den bedeutenden Namen des französischen Kinos ist Fabrice Luchini der pariserischste, der als gepflegter (auch gezierter) Dandy mit ausgefeilter Eleganz an Worten feilt. Er spielt zynische Liebhaber, die mit Kultur und Belesenheit verführen und provozieren, und geschwätzige, freche unverschämte Bourgeois. Seine romantische Ader und koketten Manierismen machen ihn unverwechselbar. Glänzender Solist, ordnet sich Luchini in Ensembles ein und bereichert Filme wie „So ist Paris“ (2008) von Cédric Klapisch, wo er einen alternden Geschichtsprofessor spielt, der eine Studentin anbaggert (und rumkriegt), und in dessen Debütfilm „Kleine Fische…große Fische“ (1992) er als Direktor eines Kaufhauses eine seiner besten Hauptrollen spielte.

Luchini ist der reiche Geschäftsmann, der den im Schuldturm sitzenden Molière (Romain Duris) in „Molière“ (2007) freikauft, damit der ihn im Schauspielberuf unterrichte, und der Dichter, Spion, Waffenhändler und Lebemann Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais in Edouard Molinaros Biopic „Beaumarchais - Der Unverschämte“ (1996), einer der Filme mit Luchinis Namen über dem Titel. Er ist Freund und Diener des alternden Casanova (Alain Delon) in der Arthur-Schnitzler-Verfilmung „Die Rückkehr von Casanova“ (1989) und adeliger Intrigant in Philippe de Brocas „Duell der Degen“ (1997). In Gegenwartsfilmen spielt er Intellektuelle, Journalisten („Rien sur Robert“, 1999) und Wachmänner („Musée haut, musée bas“, 2008).

Robert Luchini wurde 1951 in Paris als Sohn einer italienischen Einwandererfamilie geboren, die im Viertel Goutte d’Or (18. Arrondissement) als Gemüsehändler arbeitete. Er trug als marktschreierischer Obst- und Gemüsehändler zum Lebensunterhalt bei, wurde mit 13 Jahren von der Mutter in einen Frisiersalon in die Lehre gegeben und nahm den Vornamen „Fabrice“ an. In jungen Jahren verschlang Luchini die Literatur von Balzac, Flaubert und Proust, entwickelte Schauspielambitionen. Er nahm Kurse bei Jean-Laurent Cochet und ging wegen seiner Leidenschaft für Soul-Musik und James Brown (in „So ist Paris“ wesentlich für seinen Tanzstil) in Discotheken, wo er Regisseur Philippe Labro begegnete, der ihm 1969 seine erste Rolle in „Tout peut arriver“ verschaffte.

Gefördert wurde er von Eric Rohmer, der ihn als Heranwachsenden in „Claires Knie“ (1970), Titelhelden in „Perceval le Gallois“ (1978), Schriftsteller in „Vollmondnächte“ (1984), Galerist in „Vier Abenteuer von Reinette und Mirabelle“ (1986) und als Bürgermeister in „Der Baum, der Bürgermeister und die Mediathek“ (1992) besetzte. Erster Kassenerfolg wurde die Romanze „Die Verschwiegene“ (1990), in der er als Schriftsteller zum betrogenen Betrüger wird. In Patrice LecontesIntime Fremde“ (2003) ist er als Steueranwalt unfreiwilliger Psychiater einer Unbekannten (Sandrine Bonnaire).

Fabrice Luchini wurde 1991 mit dem Prix Jean Gabin („Die Verschwiegene“), 1994 mit dem César als Bester Nebendarsteller (Ehemüder Richter in „Alles für die Liebe“ von Claude Lelouch) und 2007 mit dem Silbernen Georg des Filmfestivals Moskau („Molière“) ausgezeichnet.

Fabrice Luchini spielt häufig Theater, wo er für seine die Sprache pflegenden Soloabende (2006 mit Célines „Reise ans Ende der Nacht“) gefeiert wird.

Er ist mit Regisseurin Anne Fontaine („La fille de Monaco„, 2008) liiert.

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