Eva Mattes

Schauspielerin • Sprecherin • Synchronsprecherin
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Leben & Werk

Eine Urkraft und ein Naturtalent. Sie bezeichnet sich als „starke Arbeiterin“ und wusste mit sechs Jahren, dass sie Schauspielerin werden wollte. Eva Mattes war ein Begriff im Neuen Deutschen Film, wo sie mit ihrem breiten slawischen Gesicht mit den starken Backenknochen und den leicht traurigen Augen, die urplötzlich in wilde Fröhlichkeit umschlagen und provozierende Gleichgültigkeit wie ungelenke Verführung ausdrücken können. Mattes spielte sperrige Rollen, raue Typen, selbstquälerische Figuren, naive Mädchen vom Lande, blonde Dummchen und zerrissene Charaktere, auch rätselhaft distanzierte schwermütige Mädchen und Frauen, Haushälterin einer Modedesignerin und von Marcel Proust, die Marie im „Woyzeck“, als Trümmerfrau in „Deutschland, bleiche Mutter“ und urkomisch als Vermieterin in „Das Sams“, der ihr 2002 das Filmband in Gold einbrachte. Als Rainer Werner Fassbinder in „Ein Mann wie EVA“ (1983) sieht sie mit Bart, Brille und Hut RWF unglaublich ähnlich und setzt dem Regisseur zwischen Krise und kochender Kreativität ein darstellerisches Denkmal.

Obwohl Eva Mattes in vielen RWF-Filmen spielte, gehörte sie nicht zum engeren Kreis des Regisseurs, hatte nie Schwierigkeiten, unter ihm zu spielen. Auch nicht mit Klaus Kinski: Sie bezeichnet die Dreharbeiten zu „Woyzeck“ als die „geruhsamsten, die ich je hatte“. Parallel zu ihren über 50 Film- und TV-Rollen machte sich Mattes auf dem Theater einen Namen und spielte von Hamburg bis Wien aufregende und experimentelle Rollen, erregte Aufsehen als Desdemona, die von „Othello“ (Ulrich Wildgruber) halbnackt auf eine Wäscheleine gehängt wird. Seit 2002 ist sie für die „Tatort“-Reihe die am Bodensee und in Konstanz ermittelnde Kommissarin Klara Blum, die mit einem Kollegen (Michael Gwisdek) verheiratet ist.

Mattes wurde 1954 am Tegernsee als Tochter der Schauspielerin Margit Symo (1913-1992) geboren, die 1940 in „Der Postmeister“ mit einem wilden Oben-ohne-Tanz für Aufsehen gesorgt hatte. Mattes arbeitete während der Schulzeit als Synchronsprecherin für „Lassie“ und „Pippi Langstrumpf“, trat seit 1966 im Fernsehen auf und debütierte 1970 in Michael Verhoevens Skandalfilm „o.k.“, wo sie als vietnamesisches Mädchen von vier Soldaten vergewaltigt wird. Im Fernsehen lösten ihre Nacktszenen in RWFs Franz-Xaver-Kroetz-Verfilmung „Wildwechsel“ ebenfalls einen Skandal aus.

Mattes wurde u.a. 1971 („o.k.“) und 1973 („Die bitteren Tränen der Petra von Kant„) mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet und erhielt 1979 in Cannes den Preis für die Beste Nebenrolle in „Woyzeck“ sowie 1982 den Bayerischen Filmpreis für „Céleste“ und 1983 den Chaplin-Schuh.

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