Ettore Scola

Schauspieler • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Die entfesselte Komik neapolitanischer Volksstücke, die präzise Wirklichkeitsbeschreibung in der Nachfolge des Neorealismus sowie die melancholisch angehauchte Analyse von Familienstrukturen sind die Pole, zwischen den die im Frühwerk frivol sarkastischen, im Spätwerk tragikomischen Filme des aus Trevico in Süditalien stammenden Regisseurs Ettore Scola (geboren 1931) kreisen.

Scola, promovierter Jurist, der zehn Jahre lang Drehbücher schrieb, bevor er 1964 mit „Frivole Spiele“ als Regisseur debütierte, war lange Jahre auf die „Commedia all‘ italiana“ festgelegt, deren ausufernde Dialogfreudigkeit, vitale Späße und grimmige Humorkaskaden in „Eifersucht auf italienisch„, mit dem er 1970 seinen Durchbruch schaffte, einen ersten Höhepunkt fanden. Marcello Mastroianni (dafür die Goldene Palme in Cannes als bester Darsteller), Monica Vitti und der von ihm entdeckte, später in den Filmen von Lina Wertmüller populär gewordene Giancarlo Giannini spielten in einer Dreiecksgeschichte aus dem römischen Proletariat, die in Mord und Wahnsinn endet.

Den krassesten Ausflug in die Welt der Unterprivilegierten unternahm Scola 1975 in „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“, eine bissige Satire auf die von Pier Paolo Pasolini verehrte „borgata“, die Vorstadt: hier eine Slumsiedlung, in der sich alle an Gier, Gemeinheit, Neid und Konsumsucht übertreffen und der Familienpatriarch (Nino Manfredi) auch mit Rattengift nicht umgebracht werden kann. Die Familie als Ort, der über einen langen Zeitraum gesellschaftliche Umwälzungen erfährt, spielt in „Die Familie“ (1987) eine zentrale Rolle. Die Chronik Italiens in „Wir hatten uns so geliebt“ (1974) am Beispiel einer Männerfreundschaft vom Faschismus bis zur Nachkriegszeit zeugt auch von Scolas Bewunderung für De Sica und Fellini.

Scola führte Sophia Loren und Marcello Mastroianni - das Traumpaar des italienischen Films - in „Ein besonderer Tag“ (1977) als verhärmte Hausfrau und bedrohten Homosexuellen während des Staatsbesuchs Hitlers in Rom zu ihren vielleicht ungewöhnlichsten und meisterhaft gespielten Rollen. Er versammelt in „Flucht nach Varennes“ (1983) ein illustres Starensemble zu einem Bilderbogen über die Auswirkungen der Französischen Revolution, und in „Le Bal - Der Tanzpalast“ (Silberner Bär der Berlinale 1984) dieselben Männer und Frauen in wechselnden Kostümen in einem Tanzlokal, wo zwei Stunden kein Wort gesprochen, nur getanzt, aber Geschichte transparent wird. Dem Kino in seiner wechselnden Geschichte widmete Scola „Splendor“ (1988), mit Mastroianni als Besitzer, Massimo Troisi als Vorführer und Marina Vlady als Platzanweiserin und Geliebte der beiden Männer. Troisi fand bei Scola seine besten Rollen: als Sohn von Mastroianni in „Wie spät ist es?“ (1989) und als Leiter einer Gruppe von Wanderschauspielern im 17. Jahrhundert in „Die Reise des Capitan Fracassa“ (1991), einer Huldigung an die Commedia dell’Arte.

Scolas Fähigkeit, Geschichte an Individuen aufzuzeigen, führte 1979 zu einer selbstironischen Komödie über fünf befreundete Intellektuelle: „Die Terrasse“ vereinte Scolas Lieblingsschauspieler Mastroianni, Vittorio Gassmann, Ugo Tognazzi sowie Stefania Sandrelli und als Gäste Serge Reggiani und Jean-Louis Trintignant. Eine Liebeserklärung an die italienische Metropole und ihrer Bewohner bot Scola mit „Gente di Roma“ (2004), in dem die Kamera einem Linienbus auf seiner Fahrt quer durch Rom folgt und episodenhaft einen Querschnitt vom dortigen Alltagsleben zu Beginn des 21. Jahrhunderts gibt.

Scola arbeitet überwiegend mit demselben Stab, darunter seine Tochter Paola als Assistentin und Armando Trovaioli als Komponist.

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