Leben & Werk

Deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin. Mit der Fähigkeit, sich in andere Leute reindenken zu können und Nähe zu erzeugen hat Regsseurin und Drehbuchautorin Esther Gronenborn mit drei Spielfilmen, Kurz- , Dokumentar- und TV-Filmen ein vielseitiges Werk geschaffen. Bekannt wurde sie mit „alaska.de“ (2000), einem Drama aus einer Berliner Plattenbausiedlung. Sie inszenierte Beiträge für den Omnibusfilm „99 Euro Films„, eine Epsiode von „Stadt als Beute„, die Freundschaftsgeschichte „Adil geht“ und den Mystery-Thriller „Hinter Kaifeck“ (2009) mit Benno Fürmann und Alexandra Maria Lara. Seit 2007 arbeitet sie für die Pro Sieben-Reihe „Galileo Mystery“.

Esther Gronenborn wurde 1966 in Oldenburg geboren und ging in Stuttgart zur Schule, wo sie mit Super 8 und Video-Filmen experimentierte, weil das „Kleine Haus“ im Rahmen des Projekts „Jugend Kritisches Theater“ Schülern die Möglichkeit gab, Erfahrungen in Dramaturgie und Schauspielführung zu sammeln. 1987 gründete sie mit Freunden den Kulturverein „Wand 5“, der jährlich das Filmfestival „Stuttgarter Winter“ veranstaltet. Das Studium der Philosophie und Literatur in Berlin brach sie ab, weil ihr dadurch das Lesen vergällt wurde. 1990 begann sie ihr Filmstudium an der Hochschule für Fernsehen und Film München, inszenierte Kurz- und Dokumentarfilme und Musikvideos und arbeitete als Kritikerin für das Internetkulturmagazin Artechok. Für die Filmfirma Columbia war sie als Dubbingmanagerin tätig und sammelte zwei Jahre Erfahrungen im Columbia-Büro in Hongkong. Nach ihrer Rückkehr ging sie 1997 zur Doro Filmproduktion in Berlin und machte sich mit Musikvideos wie „Meine kleine Schwester“ von Spectacoolär einen Namen. Sie ist Mitglied der Schriftstellergruppe AG Inhalt.

Gronenborns Debütfilm „alaska.de“ erzählt die Geschichte der sechzehnjährigen Sabine (Jana Pallaske), die in einem Berliner Plattenbau Zeugin eines Mordes unter Gleichaltrigen wird. Die kühne Mischung aus Dogma-Ästhetik und Clip-Montage, erregte Aufsehen und beeinflusste den neuen deutschen Sozialrealismus. Gronenborn, die Ken Loach und Mike Leigh als Vorbilder nennt, war mit Andreas Dresen („Nachtgestalten“) Vorreiterin dieser Richtung. In ihrem Beitrag zum vom Filmfestival Oldenburg initiierten Omnibusfilm „99 Euro Films“ (2001), schickt Gronenborn in „Balkan Rhapsody“ zwei alte Damen auf eine skurrile Reise durch Osteuropa. In „Ohboy“, Beitrag zum Episodenfilm „Stadt als Beute“ (2005), schickt sie einen Flaneur, der Angst vor Theaterproben hat, in einem langen Gang über die Potsdamer Straße in Berlin. In „Adil geht“ (2005) leben vier Freunde aus Jugoslawien acht Jahre als geduldete Flüchtlinge in Cottbus, bis einer von ihnen ausgewiesen werden soll.

2007 war Gronenborn für Studioregie und Dokumentar-Drehs der populären Pro Sieben-Reihe „Galileo Mystery“ zuständig. Die Erfahrungen setzte sie im Mystery-Thriller „Hinter Kaifeck“ (2009) um, wo Benno Fürmann als Journalist in einem oberbayerischen Dorf in den Bann eines 80 Jahre zurückliegenden Mordfalls gerät.

Esther Gronenborn wurde für „alaska.de“ mit dem Deutschen Filmpreis 2001 für die Beste Regie, dem Bayerischen Filmpreis als Beste Nachwuchsregisseurin und dem Interfilmpreis des Max-Ophüls-Preises ausgezeichnet. Für „Adil geht“ erhielt sie 2005 den „Fliegenden Ochsen“, Hauptpreis des Filmfestivals Schwerin.

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