Ernst Lubitsch

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter
Ernst Lubitsch Poster

Leben & Werk

In seinen in den USA für Warner Brothers gedrehten Stummfilmen entwickelte er den „Lubitsch-Touch“, jene Summe von Andeutungen und Auslassungen, die das raffinierte Spiel mit der Erotik für die Zensur unangreifbar machte und gleichzeitig eleganten Komödiengenuss garantierte. „Lubitsch war ein Fürst“, schrieb Francois Truffaut über Ernst Lubitsch (1892 – 1947), der seinen für ihn typischen ironischen Stil und subversiven Humor sowohl in sanfter Weise („Rendezvous nach Ladenschluss“) als auch in satirischer Schärfe („Sein oder Nichtsein“) anzuwenden wusste. Lubitsch, in Berlin geboren, machte sich seit 1909 beim Film einen Namen, verkörperte als Darsteller schlitzohrig pfiffige soziale Aufsteiger, und führte 1914 erstmals Regie, übernahm parallel Funktionen als Autor und Produzent. Zu Beginn dutzendweise Komödien, inszenierte Lubitsch auch Abenteuerfilme und begann 1919 mit „Madame Bubarry“ einen Zyklus von Historienfilmen, die durch ihre geschickten Massenszenen auffielen („Sumurun“, „Anna Boleyn“). Im Komödienbereich verband Lubitsch Situationskomik mit Dialogwitz (in den Zwischentiteln von „Die Bergkatze“ oder „Kohlhiesels Töchter“). 1922 reiste Lubitsch in die USA, kämpfte sich bei der Produktion von „Rosita“ durch die Spannungen mit der Hauptdarstellerin Mary Pickford, der Frau von Douglas Fairbanks, und errang mit den frivolen und voller Esprit steckenden Komödien wie „Lady Windermeres Fächer“ und „So ist Paris“ Weltruhm. Im Tonfilm der 30er Jahre waren seine erotischen Komödien wie „Ärger im Paradies“, „Serenade zu Dritt„, „Engel“, „Blaubarts achte Frau“ und „Ninotschka“ Musterbeispiele geistreicher Unterhaltung. 1935 gab Lubitsch wegen der Nazis die deutsche Staatsbürgerschaft auf und inszenierte 1941 mit „Sein oder Nichtsein“ eine Satire über die Schergen des Regimes. Nach einem Herzanfall konnte er noch die Komödie „Cluny Brown auf Freiersfüßen“ inszenieren. Sein letzter Film „Die Frau im Hermelin“ wurde von Otto Preminger vollendet. Lubitsch und seinem Drängen nach der totalen Kontrolle über seine Filme ist die Konzeption vom Regisseur als Autor mitzuverdanken. Seine Filme hatten großen Einfluss auf Regisseure wie Billy Wilder, der für ihn Drehbücher geschrieben hatte, Otto Preminger und Joseph L. Mankiewicz, dessen Debütfilm „Weißer Oleander“ (mit Gene Tierney und Vincent Price) Lubitsch produziert hatte. Kurz vor seinem Tod erhielt er 1947 einen Ehren-„Oscar“, nachdem er bereits 1937 einen Jubiläums-„Oscar“ für „25-jähriges Filmschaffen“ erhalten hatte.

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